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Das alte Milchhäusl: Im Ortszentrum will die Gemeinde sozialen Wohnraum schaffen.

Streit um soziales Wohnbauprojekt

Trotz Kürzungen: Milchhäusl-Anwohner weiter unzufrieden

Münsing – Am sozialen Wohnungsbauprojekt der Gemeinde an Stelle des alten Milchhäusls wurden auf Wunsch des Gemeinderats weitere Kürzungen vorgenommen. Die Nachbarn sind noch immer unzufrieden.

Architekt Wolfgang Adldinger stellte seine überarbeiteten Pläne am Dienstag dem Gemeinderat vor.

In der Woche zuvor hatten Gespräche mit den Anwohnern stattgefunden. Wie berichtet wird das Längsgebäude zur Hauptstraße hin um viereinhalb Meter und das Quergebäude zur Bachstraße hin um einen Meter auf beiden Seiten gekürzt. Um trotzdem nicht zu viel wertvollen Wohnraum zu verlieren, hat Adldinger die Fläche für den Laden im Erdgeschoss von 90 auf rund 70 Quadratmeter verkleinert. Es entstehen jetzt drei Einzimmer-, sechs Zweizimmer-, zwei Dreizimmer- und eine Vierzimmerwohnung. Insgesamt sind 19 Stellplätze vorgesehen, zwölf davon in der von der Bachstraße aus erreichbaren Tiefgarage. Ein Parkplatz wird behindertengerecht sein.

Auf Anregung von Thomas Schurz (CSU) hat der Architekt die Fassade des Längsbaus zur Hauptstraße hin mit Holz verschalt. Der Querbau soll verputzt werden. Auf der südlichen Seite des Satteldachs vom Längsbau ist eine Solaranlage möglich. Auf der Nordseite des Gebäudes führt ein Laubengang zu den Wohnungen. Rund um die beiden durch ein Treppenhaus miteinander verbundenen Häuser entsteht jetzt mehr Grünfläche. Wolfgang Adldinger sprach von einer „deutlich reduzierten Planung“.

Der am stärksten betroffene Nachbar, Jobst Queckbörner, sieht das anders. Er bezeichnete die Entwürfe auch nach der Umplanung als „erschreckend“. Vom Laubengang im ersten Stock aus würden die Bewohner ihm direkt ins Wohnzimmer schauen können. „Wir werden überhaupt nicht geschützt. Die Gemeinde bringt uns keinerlei Empathie entgegen“, empörte er sich als Zuhörer in der Sitzung. Die Tiefgarage liege auch nicht unter dem bestehenden Gelände, wie von Adldinger behauptet, sondern rage über das Straßenniveau heraus. Schließlich werde sein Haus durch den Neubau unzumutbar verschattet, beklagt Queckbörner. Sein ebenfalls anwesender Anwalt kündigte an, das Landratsamt als Genehmigungsbehörde auf die Missstände hinzuweisen. Würde man die Anzahl der Wohnungen noch weiter reduzieren, ließe sich die Situation für seinen Mandanten deutlich verbessern, sagte der Anwalt.

Dagegen sprach sich Helge Strauß (CSU) aus: „Wir planen für Bedürftige. Wir haben schon zwei Wohnungen gestrichen. Müssen wir es jedem recht machen, nur weil wir als Gemeinde bauen?“ Professor Matthias Richter-Turtur (Wählergruppe Ammerland) dagegen findet: „Es besteht kein Zwang, das Grundstück vollzupferchen.“ Ihm würde das Längsgebäude für sozialen Wohnungsbau reichen. Als einer von drei Räten stimmte er gegen die abgespeckte Version.

von Tanja Lühr

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