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Villa des Biene-Maja-Erfinders bereitet Münsing Sorgen

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Kritisch sieht der Münsinger Gemeinderat die Pläne der Waldemar-Bonsels-Stiftung, ein Wohn- und Ateliergebäude an die Villa des Biene-Maja-Erfinders an der Seeuferstraße anzubauen.
Kritisch sieht der Münsinger Gemeinderat die Pläne der Waldemar-Bonsels-Stiftung, ein Wohn- und Ateliergebäude an die Villa des Biene-Maja-Erfinders an der Seeuferstraße anzubauen. © Sabine Hermsdorf

Die Waldemar-Bonsels-Stiftung will ein Wohn- und Ateliergebäude an die Villa des Biene-Maja-Erfinders. Der Münsinger Gemeinderat ist davon nicht begeistert.

Münsing – Kritisch sieht der Münsinger Gemeinderat die Pläne der Waldemar-Bonsels-Stiftung, ein Wohn- und Ateliergebäude an die Villa des Biene-Maja-Erfinders an der Seeuferstraße anzubauen. Der bisherige westliche Anbau soll dafür abgebrochen werden.

Die Villa, die vor einigen Jahren aufwendig saniert wurde, ist denkmalgeschützt. Zudem befindet sich das Baugrundstück für das geplante 7,50 mal 15 Meter große Haus mit Firstrichtung zum See in direkter Nachbarschaft zur Ambacher Kirche, die ebenfalls denkmalgeschützt ist. Christoph Scholter vom Landesamt für Denkmalpflege weist in seiner Stellungnahme zudem darauf hin, dass auch der Garten einer Villa schützens- und erhaltenswert sei.

Trotz intensiver Vorgespräche mit den Bauwerbern, die sich in vielen Punkten entgegenkommend zeigten, äußerte Bürgermeister Michael Grasl (Freie Wähler) in der Sitzung am Dienstag Bedenken wegen des Vorhabens. Die Verwaltung teilt zwar nicht die Sorge des Gemeinderats, man schaffe einen Präzedenzfall, wenn man entgegen dem Rahmenplan in zweiter Reihe eine Bebauung zulasse. Ihrer Ansicht nach würde die Situierung des geplanten Neubaus die planungsrechtliche Lage auf den Nachbargrundstücken nicht negativ beeinflussen. Doch für Grasl ist ein anderer Punkt ausschlaggebend für die Verweigerung des gemeindlichen Einvernehmens: die ungesicherte Erschließung.

Münsing hat jetzt einen Mittagstisch. Wir waren bei der Eröffnung dabei.

Es liegt kein positiver Sickertest für das Niederschlagswasser vor. Vor allem aber fehlt eine aktuelle Dienstbarkeit für die wegerechtliche Erschließung. Es gibt nur eine Vereinbarung aus dem Jahr 1885, deren Gültigkeit durch das Landratsamt als Genehmigungsbehörde zu prüfen ist. „Normalerweise verlagern wir Entscheidungen nicht auf das Landratsamt“, betonte Grasl. Doch gerade der alte Erschließungsvertrag erscheine ihm zu unsicher, um einen positiven Beschluss zu fassen.

„Ganz Ambach beobachtet, was auf diesem Grundstück passiert“, erklärte der Bürgermeister. Auch Ernst Ramerth (Wählergruppe Holzhausen) wollte sich nicht auf ein Dokument aus dem Jahr 1885 verlassen.

Ursula Scriba (Bürgerliste und Vorsitzende des Ostuferschutzverbands) erklärte, sie sei generell gegen einen zweiten Baukörper auf dem Grundstück. Die Waldemar-Bonsels-Stiftung habe den ehemaligen Sommersitz des Schriftstellers über lange Zeit sehr gut gepflegt, lobte sie. Ein weiteres Haus jedoch würde ihrer Meinung nach den „denkmalrechtlichen Wert“ mindern.

Nicht weiter behandelt wurde der Zusatzantrag der Stiftung, eine Gedenkstätte für Waldemar Bonsels (1880 - 1952) auf dem Grundstück einrichten zu dürfen. Hier wartet die Gemeinde noch auf ausreichende Bauvorlagen. 

Tanja Lühr

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