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Halb Ambach kam kam trotz widrigen Wetters zur Einweihung der Schutzengelkapelle auf dem Anwesen der Familie Ruhdorfer in Luigenkam. Die Musikkapelle Holzhausen umrahmte die Feier musikalisch.

Hoch über dem Starnberger See

Warum in Münsing jetzt eine neue Kapelle steht

Georg Ruhdorfer hat einen schweren Sturz vom Heuboden überlebt - und jetzt zum Dank eine Kapelle gestiftet. Viele Münsinger, speziell Ambacher, halfen tatkräftig mit. 

Luigenkam – Der kleine Weiler Luigenkam, oberhalb Ambachs gelegen, ist um ein Schmuckstück reicher. Am Sonntag wurde am höchsten Punkt der Anhöhe über dem Starnberger See die Privatkapelle der Familie Ruhdorfer feierlich eingeweiht.

Georg Ruhdorfer hat die Schutzengelkapelle erbaut, weil er einen Sturz vom Heuboden überlebt hat. Das war im Jahr 2017. „Ich hatte elf Knochenbrüche und einen Schädelbasisbruch“, erzählt der Familienvater. „Die Ärzte haben am Anfang nicht gewusst, ob sie mich durchbringen.“ Nach einer Woche Intensivstation kam für die Angehörigen die erlösende Nachricht: Er wird es schaffen.

Ruhdorfer erholte sich sogar sehr gut und deshalb legte er ein Gelöbnis ab: Er wollte nun endlich eine Hauskapelle vor seinem Hof errichten. Schon seinem Vater Johann Ruhdorfer, der 1953 Therese Frech geheiratet und dem Anwesen in Luigenkam den Namen „Ruhdorfer“ gegeben hatte, schwebte diese Idee vor. Das Projekt verschob er jedoch immer wieder.

Pfarrer Martin Kirchbichler (li.), der den Gottesdienst hielt, und Georg Ruhdorfer, der das Kirchlein aus Dankbarkeit für einen glimpflich ausgegangenen Unfall erbaut hat.

Unter dem Sohn ging nun alles umso schneller. Im Dezember 2018 begannen die Arbeiten. Architekt Florian Brandl entwarf das Kirchlein, Stefan Mandic zog die Mauern hoch, Zimmerer Robert Lechner fertigte den Dachstuhl aus Holz. Michael Strobl und Hans Weber übernahmen die Fenster- und Türstöcke, Peter Braun lieferte die Bänke, Stefan Pixner konnte als Maler gewonnen werden.

Der in direkter Nachbarschaft lebende Künstler Iring de Brauw schuf die wunderschönen, bunten Fenster. Betrachtet man sie genauer, entdeckt man in ihnen die Holzhauser Kirche, die Muttergottes, Friedenstauben und Fische als christliche Symbole. Josef Bierbichlerstiftete die zwei steinernen Tafeln aus der Nazarener-Zeit links und rechts des Eingangs.

Weil fast alle Handwerker unentgeltlich gearbeitet und vieles die Ambacher und Münsinger gespendet hatten, hielten sich die Kosten für den Kapellenbau für die Familie Ruhdorfer in Grenzen. Nur das Material musste sie bezahlen, wobei das Holz aus dem eigenen Wald stammt.

Georg Ruhdorfer bedankte sich während des Einweihungsgottesdienstwa bei allen Helfern und bei Pfarrer Martin Kirchbichler für dessen schöne Worte. Der Geistliche hatte den Bau ein „mutiges Zeichen“ genannt in einer Zeit, in der Kirchen zuhauf schließen würden. In der eigenen Gemeinde gebe es ein trauriges Beispiel: die Kapelle St. Kastulus in Schallenkam, die seit Jahrzehnten nicht mehr genutzt werde.

Die im Innern schlichte Kapelle ist tagsüber geöffnet, ansonsten kann der Schlüssel bei Familie Ruhdorfer geholt werden

Lesen Sie auch: Die Heiligen kehren in die Dettenhauser Kappelle zurück

Die Kapellen auf dem Land dienten früher, als man noch überwiegend zu Fuß unterwegs war, dazu, dass die Bewohner der abgelegeneren Orte am Sonntag nicht zweimal zur Andacht in die Dorfkirche laufen mussten, am Vormittag und am Nachmittag, wie es üblich war. Sie konnten zumindest einmal in der nächstgelegenen Kapelle beten.

Wanderer könnten künftig ebenfalls in der Schutzengelkapelle in Luigenkam kurz innehalten und Kraft schöpfen für ihren Alltag, sagte Pfarrer Kirchbichler. Die Heiligen Schutzengel sollten die Menschen daran erinnern, dass sie in Gottes Fürsorge leben dürften. Tanja Lühr

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