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Geehrt: (v. li. vorne): Karolin Vogt (25 Jahre Mitglied), Karolin Gosda (20), Stephan Vogt (20), Johann Legen (25), (hintere Reihe v. li.) Nora Geigel (10), Markus Geigel (20), Jaruschka Legen (25), Günter Stroka-Gerer (30), Constantin Bohn (10), Michaela Vogt (10), Alexander Schöpf (25) und Philip Severin (20).

Jahresversammlung 

Wasserwacht Ammerland: 90 Stunden Einsatz – und ein besonderes Lob

90 Stunden war Wasserwacht Ammerland in 2017 im Einsatz. Das geht nur mit vielen engagierten Mitgliedern. Für eine Sache wurden sie besonders gelobt. 

Gewählt: Der neue Vorsitzende Johann Legen (re.) mit seinem Stellvertreter Alarich von Schlichting. 

Ammerland – Hans Legen ist nun offiziell Vorsitzender der Ammerlander Wasserwacht. Nachdem der bisherige Vorsitzende Tobias Lämmle sein Amt aus beruflichen Gründen aufgegeben hatte, übernahm Legen den Vorsitz ab Januar kommissarisch. In der Jahresversammlung am Freitagabend im Gasthof Gerer wurde der 51 Jahre alte bisherige Zweite Vorsitzende für die nächsten drei Jahre einstimmig zum Chef der 60 aktiven Wasserretter und 80 passiven Mitglieder gewählt. Zu seinem Stellvertreter wählten die 49 anwesenden Mitglieder Alarich von Schlichting (42). Er setzte sich in der Stichwahl gegen Tanja Munzinger durch.

Tobias Lämmle wurde bereits mit einer Feier verabschiedet. Der junge Mann hat sich seinen lange gehegten Berufswunsch erfüllt: Er ging im Januar als Rettungssanitäter nach Kanada. Als Vorsitzender, Ausbilder und Helfer vor Ort (HvO) stand er der Wasserwacht „mit Herz und Verstand, Wissen und Gewissen, Rat und Tat zur Seite“, wie Tanja Munzinger, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, sagte. 2002 hob er mit dem Vorstandsteam die Helfer vor Ort aus der Wiege.

Zwei Menschen das Leben gerettet 

Diese sind aus der ehrenamtlichen Wasserwacht-Arbeit nicht mehr wegzudenken. Wie der Technische Leiter Michael Döhla berichtete, waren die ausgebildeten Sanitäter im Jahr 2017 rund 90 Stunden im Einsatz. Zwei Menschen konnte das Leben gerettet werden, 14 wurden aus einer Gefahrenlage wie plötzlich aufkommendem Sturm auf dem See gerettet. Dreimal rückten die Freiwilligen zur Vermisstensuche aus, 13 Mal leisteten sie Erste Hilfe nach Stürzen mit dem Fahrrad, bei Wespenstichen oder anderen Verletzungen. Döhla bedankte sich bei allen Spendern, die dazu beigetragen haben, dass die Wasserwacht einen neuen Defibrillator anschaffen konnte.

Eine weitere Anschaffung steht kurz bevor: Im April soll ein neues Rettungsboot als Ersatz für das alte Boot „Ammerland I“ geliefert werden. Der Außenborder mit Bugklappe ist etwas kürzer als die bisherigen Boote. Das Modell wird von der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) schon seit Jahren benutzt. Im gesamten Landkreis will die Wasserwacht drei solcher Schiffe kaufen. Dritter Bürgermeister Ernst Grünwald versprach, dass sich die Gemeinde mit einem Zuschuss beteiligen werde. „ Die Wasserwacht ist wichtig für Münsing“, betonte Grünwald. Denn sie rette nicht nur Menschen, sondern bringe auch zahlreichen Kindern das Schwimmen bei, schütze die Natur durch Aktionen wie das jährliche Ramadama oder die Bekämpfung des Riesenbärenklaus und trage zum Gemeindeleben bei.

Zehn Kinder als Neumitglieder

Florian Bürding, Vorsitzender der Kreiswasserwacht, lobte vor allem die gute Nachwuchsarbeit der Ammerlander. Allein im vergangenen Jahr wurden zehn Kinder als Neumitglieder gewonnen. Tanja Munzinger kümmert sich um die Kleinsten im Alter von vier bis sechs Jahren sowie um die Sieben- bis Zwölfjährigen. Die Mädchen und Buben lernen nicht nur, sich sicher über Wasser zu halten, sondern auch allerlei über den Starnberger See, seine Fische und die Natur ringsherum.

2018 wird die Wasserwacht wieder eine Seeüberquerung zwischen Tutzing und Ammerland organisieren. Sie ist für Samstag, 28. Juli, geplant. Bei schlechtem Wetter wird die Seeüberquerung auf Sonntag, 29. Juli, verschoben. Außerdem wollen sich die Retter erstmals auf eine Floßfahrt begeben – als Vereinsausflug im Sommer.

Tanja Lühr

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