Josef Großmann ist mit 84 Jahren gestorben.
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Josef Großmann ist mit 84 Jahren gestorben.

Bis zuletzt saß er jeden Tag in der Gaststube

Wirt mit Leib und Seele: Josef Großmann stirbt mit 84 Jahren

Nach kurzer, schwerer Krankheit ist Josef Großmann im Alter von 84 Jahren verstorben. Ein besonders inniges Verhältnis hatte er zu seinen beiden Enkeln Lukas und Julian.

Münsing – Vor dem November-Lockdown saß Josef Großmann noch regelmäßig im Altwirt und ratschte mit den Gästen. Jetzt ist der beliebte ehemalige Wirt, Landwirt und Metzgermeister im Alter von 84 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben. Wie Sohn Joseph, Inhaber der Gaststätte zum Altwirt in dritter Generation, berichtet, ist sein Vater am Montag in der Wolfratshauser Kreisklinik nach einem erfüllten und arbeitsreichen Leben friedlich eingeschlafen.

Josef Großmann übernahm die Münsinger Traditions-Wirtschaft 1967 von seinen Eltern Josef und Theres, die sie 1932 samt Metzgerei und dazugehöriger Landwirtschaft gekauft hatten. Bis 1974 betrieb er zusammen mit seiner Frau Erika noch die Landwirtschaft. An Stelle des Kuhstalls entstand dann das Metzgerei-Geschäft, das Josef Großmann betrieb, während seine Frau im Altwirt kochte. „Mein Vater war Metzger und Wirt durch und durch“, sagt Joseph Großmann, der noch einen Bruder und eine Schwester hat. Als Joseph Großmann den Betrieb 2002 übernahm, arbeitete der Senior immer noch mit. Bis vor zehn Jahren stand er in der Metzgerei hinter der Theke. Jedes Schlachtvieh begutachtete der Metzgermeister selbst. Auf Qualität legte er größten Wert.

In „seiner“ Wirtschaft war Joseph Großmann bis zum Schluss jeden Tag anzutreffen. Mit einem Glas Wein oder Bier in der Hand ging er von Tisch zu Tisch. Die Leute freuten sich über seine Geselligkeit und seine Gesellschaft. Großmann war stets interessiert am Dorfgeschehen, pflegte aber auch einen guten Kontakt zu den Stammgästen von außerhalb.

Ein besonders inniges Verhältnis hatte er zu seinen beiden Enkeln Lukas und Julian, den Kindern von Tochter Irene Hauptmann. Lukas erinnert sich, dass der Großvater mit ihm und seinem Bruder an den Ruhetagen des Altwirts gerne Ausflüge quer durch das Oberland unternahm, um in verschiedenen Gasthäusern einzukehren. „Er wollte schauen, wie andere arbeiten. Am Ende waren wir drei uns immer einig, dass es daheim in Münsing am besten schmeckt“, erzählt Lukas mit einem Lachen. Der Opa habe vielleicht bisweilen etwas ruppig gewirkt, doch hinter der harten Schale habe ein weicher Kern gesteckt. „Für seine Familie hat er alles getan“, sagt sein Enkel.

Tanja Lühr

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