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Einst als Wunderkind gehandelt, heute eine exzellente Pianistin: Ketan Sepashvili aus Georgien. 

Konzert auf Schloss Weidenkam

Das reife Spiel eines Wunderkinds

Münsing - Zum Auftakt der Meisterkurs-Konzerte auf Schloss Weidenkam hat die georgische Pianistin Ketevan Sepashvili Werke von Johann Sebastian Bach, Robert Schumann und Sergej Rachmaninow interpretiert. Die Zuhörer waren hingerissen. 

Gefühlvoll und abwechslungsreich hat Ketevan Sepashvili, eine junge georgische Pianistin, am Samstagabend das Eröffnungskonzert des Meisterkurses von Prof. Hans-Jürg Strub gestaltet. Bereits zum 17. Mal findet der Kurs in der majestätisch anmutenden Atmosphäre von Schloss Weidenkam statt. Strub bietet damit Studenten des ehemaligen Ostblocks die Gelegenheit, sich mit mitteleuropäischen Werken, beispielsweise von Bach, Mozart oder Beethoven, zu beschäftigen.

Schon im Alter von zwei Jahren spielte Sepashvili Klavier

Sepashvilis Biografie ist die eines georgischen Wunderkinds. Die in Wien lebende Künstlerin fing schon im Alter von zwei Jahren an, Melodien aus der georgischen Volksmusik auf dem Klavier nachzuspielen. Als sie vier wurde, besuchte sie die Paliashvili-Schule für musikalisch Hochbegabte in ihrem Heimatland. Zum Vergleich: Mozart, Inbegriff des Wunderkinds, begann ebenfalls mit vier Jahren mit dem Vater als Lehrmeister mit einer musikalischen Grundausbildung.

Die Besucher sind fasziniert vom Können der Künstlerin

Nach der pianistischen und musikalischen Ausbildung am Konservatorium Tiflis verfeinerte sie ihr Können von 2005 bis 2007 im Studium in der Schweiz bei Prof. Strub persönlich. In jüngster Zeit gab die in Wien lebende Georgierin unter anderem in Deutschland mit großem Erfolg Konzerte. Auch das Weidenkamer Publikum, das sich aus Jung und Alt zusammensetzte, wusste sie zu begeistern. Zu ihrem Konzert waren so viele Menschen gekommen, dass alle Stühle im Konzertsaal besetzt waren und einige Zuhörer sogar im Foyer Platz nehmen mussten. Die Meisterschüler Strubs haben sich einen bemerkenswerten Ruf erarbeitet. Einige Besucher saßen mit geschlossenen Augen da und ließen schlicht die Musik auf sich wirken, andere blickten bei den Allegro-Stücken kopfschüttelnd und fasziniert auf Sepashvilis Hände.

Als Zugabe Schumanns berühmte "Träumerei"

Mit „Partita Nr. 1“ von Johann Sebastian Bach begann das Konzert fröhlich und leicht, passend zum Ende eines schönen Sommertages. Anschließend folgten die „Kreisleriana“ von Robert Schumann, 1838 komponiert, ein Schlüsselwerk der romantischen Klavierliteratur, eine halbe Stunde lang, anspruchsvoll und sehr umfangreich. Die starken Gegensätze zwischen den einzelnen Sätzen stellte die Künstlerin sehr klar heraus. Nach der Pause waren die „Études tableaux“ von Sergei Rachmaninov zu hören. Auch hier waren die technischen Anforderungen an die Pianistin beachtlich, und auch hier meisterte sie die Komplexität der Stücke eindrucksvoll. Das Wunderkind von einst hat sich offenbar zu einer gut ausgebildeten Pianistin entwickelt. Großer Applaus, für den sich die Künstlerin mit der schlichten und rührenden „Träumerei“ von Robert Schumann bedankte. Jessica Höck

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