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Feierlicher Moment: Am Mittwoch wurde im Ortskern von Münsing Richtfest für zwei Häuser unterhalb des Pallaufhofs gefeiert. Das Projekt hat Modellcharakter.

Vorzeigeprojekt in Münsing

Zwei neue Häuser: Richtfest beim Pallaufhof in Münsing

Münsing – Jetzt wurde Richtfest gefeiert für die zwei Häuser unterhalb des Pallaufhofs, die eine landkreisweit einzigartige Baugemeinschaft beziehen wird. Die ersten Wohnungen sollen im August fertig sein.

55 Erwachsene und 17 Kinder werden in den beiden langgezogenen Gebäuden im Ortskern leben. 21 Prozent der Bewohner sind Paare, je 17 Prozent Singles und alleinstehende Senioren, acht Prozent sind Alleinerziehende mit Kindern und 38 Prozent sind Familien. Von der Zweizimmerwohnung bis zum 150 Quadratmeter großen „Haus im Haus“ sind sämtliche Wohnformen vertreten. Den Rohbau hat die Wolfratshauser Firma Krämmel erstellt.

Fast alle künftigen Bewohner versammelten sich am Mittwochnachmittag zum Richtfest mit launigem Richtspruch von Zimmerer Johannes Jenning, mit reichhaltigem Buffet und Musik. Zwölf Parteien werden in dem Haus im Osten wohnen, acht im westlichen. Von den 24 Parteien stammen 18 aus Münsing. Der Gemeinderat hatte es für das Projekt zur Bedingung gemacht, dass mindestens 60 Prozent der Käufer Einheimische sind. Diese belegen nun eine Wohnfläche von 74 Prozent, womit die Forderung mehr als erfüllt ist.

Bei der Besichtigung eines Appartments im ersten Stock entsteht der Eindruck, dass die Zimmer wegen der großen Fensterfronten auf beiden Seiten recht hell sein werden. Wie auf Infotafeln zu lesen ist, wurden in den Häusern insgesamt 500 Kubikmeter Holz verbaut. Die Wände sind mit einer 24 bis 28 Zentimeter dicken Dämmschicht versehen, der KfW-Wert liegt bei 55.

Doch nicht nur in ökologischer, sondern vor allem in sozialer Hinsicht soll das Bau- und Wohngemeinschaftsmodell ein Vorbild im Landkreis sein. Die Bewohner werden sich einen großen Garten mit Gewächshaus teilen und womöglich Carsharing betreiben. In den Häusern wird es je einen Gemeinschaftsraum geben. Die Idee dahinter ist, dass eine gute Nachbarschaft entsteht, wo die allein lebende Seniorin sich vielleicht einmal um das Kind der alleinerziehenden Mutter von nebenan kümmert und wo die Jungen umgekehrt die Älteren gelegentlich unterstützen können.

Seit etwa zwei Jahren – die archäologischen Funde auf dem Grundstück verzögerten den Baubeginn – setzen sich die WG-Mitglieder regelmäßig zusammen, um gemeinsam mit Architekt Manfred Brennecke aus Bad Birnbach über die jeweils nächsten Schritte beim Bau zu sprechen. Jetzt, wo es um den Innenausbau geht, hat natürlich jeder seine individuellen Vorstellungen.

Der Vorteil einer Baugemeinschaft bestehe jedoch auch darin, dass man Böden, Fliesen und Sanitäranlagen in der Menge günstiger bekomme, erklärt Brennecke. „Wenn sich nun jemand eine Badewanne außerhalb der Norm wünscht, werden wir das aber gerne berücksichtigen“, sagt er.

Beim Richtfest wurden auch kritische Stimmen unter den Wohnungseigentümern laut. Manche beklagen, von den Planern zu wenig einbezogen zu werden, andere sagen, ihnen gefalle das Holzspalier nicht, das als Sichtschutz zur Straße und zum Friedhof hin an den Balkonen angebracht werden soll, wieder andere hätten sich mehr örtliche und regionale Handwerker für den Innenausbau gewünscht. Manfred Brennecke meint, darauf angesprochen: Eine hundertprozentige Einigung werde man bei solchen Projekten nie erreichen. „90 Prozent der Eigentümer sind zufrieden“, sagt er. Stefan von Andrian, Sprecher der Baugruppe, zitierte in seinem Grußwort eine künftige Bewohnerin, die auf die Frage, was sie sich erwarte, mit den einfachen, aber vielsagenden Worten geantwortet habe: „Wir wollen ein schönes Zuhause.“

von Tanja Lühr

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