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Großartiges Konzert auf dem Loth Hof: Am Ende gesellten sich auch die Schwestern Anne Solveig und Alice Marie Weber zu Maria und Matthias Well. 

47. Holzhauser Musiktage

Weltmusik auf dem Loth-Hof

Bei den 47. Holzhauser Musiktagen war alles anders - wegen Corona. Dennoch wurde gefeiert, und zwar mit einem großartigen Konzert am Loth-Hof. 

Münsing „Wir feiern heute ein Fest der Musik“, sagte die künstlerische Leiterin Anne Solveig Weber. Wegen der Corona-Pandemie gab’s die Holzhauser Musiktage heuer nur in einer „Lightversion“, wie es die preisgekrönte Violinistin nannte. Bis auf eine Konzertwanderung am Samstag und das Open-Air-Konzert am Sonntag im Münsinger Loth Hof mussten alle Konzerte, die innerhalb geschlossener Räume geplant waren, abgesagt werden. Anne Solveig Weber und die langjährigen Organisatoren, das Ehepaar Klaus und Gerhild Reid, waren dennoch entschlossen: „Wenn schon alle anderen Festivals nicht stattfinden können. Wir machen’s.“

Zuhörer hatten „kulturelle Entzugserscheinungen“

Seit 47 Jahren gibt es das kleine, aber feine Festival in Holzhausen und drumherum. Am Sonntag kamen geschätzte 80 Besucher, die im Halbkreis mit Abstandsregelung vor der Bühne an der Stallseite Platz nahmen. „Endlich dürfen wir mal wieder Musik hören“, freute sich die Münsinger Malerin Maria Neumann, die von sich sagt, sie habe schon „kulturelle Entzugserscheinungen bekommen“. Ihre Tochter Christine Mair ist die Bäuerin am Loth Hof. Mit ihrer Familie hatte sie den Innenhof liebevoll zum Kulturort umgestaltet. Maria (Violoncello) und Matthias Well (Violine) als Duo „TwoWell“ in Begleitung des Moldawiers Vladislav Cojacaru am Akkordeon nahmen ihr Publikum mit auf eine Weltreise musikalischer Stilrichtungen.

Zwei Stunden auf allerhöchstem Niveau

Es ging von Münsing (bayerische Volksmusik und Andachtsjodler) weiter nach Irland mit seinem unverkennbaren Folk. Dann über den Balkan mit den wildromantischen Gipsy-Rhythmen zur Melancholie russischer Musik. Der musikalische Ausflug führte schließlich über den großen Ozean zum Tango aus Argentinien – mit Schwerpunkt auf die Stücke von Astor Piazzolla. Sogar indische Klangstrukturen präsentierten sie gefühlvoll versiert, und nordamerikanischen Blues schön verjazzt, wie es sich gehört. Mit exzellentem Können und hoher Sympathie überzeugten sie ihr Publikum. Ein unterhaltendes, fast zweistündiges Konzert mit Pause auf höchstem Niveau. Matthias Wells Geigenspiel war vielschichtig und virtuos, Maria Wells Cello-Klang ein Genuss mit hörbarem Tiefgang. Die Kombination mit Cojacarus Akkordeonspiel ließ einen Hauch Balkanstyle einfließen.

Lesen Sie auch: Kleines Dorf, Riesenmusi

Ob gezupft, sanft mit dem Bogen gestrichen oder im Hochgeschwindigkeits-Stakkato – es war ein Konzert mit eigener Note. Für den Laien ein Zauberwerk der Spielkunst, für den Könner eine Herausforderung. Am Ende gesellten sich die Schwestern Anne Solveig (Violine) und Alice Marie Weber (Viola) dazu. Das war Weltmusik vorm Kuhstall – von Weltmusikern gespielt. 

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