Museum: Stadt muss 90 000 Euro drauflegen

Geretsried - Das neue Museum der Stadt Geretsried wird um einiges teurer. Weil in der Kostenschätzung nicht alle Maßnahmen enthalten sind, müssen knapp 90 000 Euro draufgelegt werden.

Erst vergangene Woche hatte sich der Bauausschuss mit dem Museum beschäftigt. Zur Sanierung des so genannten Ingenieurhauses an der Graslitzer Straße wurden Aufträge in Höhe von insgesamt 160 000 Euro vergeben. Nur ein Teil davon sei aber dem Museum zuzurechnen, erklärte Bürgermeisterin Cornelia Irmer. Der Großteil seien Baumaßnahmen, die im Rahmen des Gebäudeunterhalts ohnehin erforderlich wären.

Die tatsächlichen Baukosten für das Museum werden auf 250 000 Euro geschätzt. Für die Innenausstattung hat der Stadtrat ein Budget von 300 000 Euro bewilligt, plus das Honorar für das Architekturbüro „Die Werft“. Dessen Geschäftsführer Christian Raißle geht davon aus, die Kostenschätzung einhalten zu können. „Das ist eine Qualität unseres Hauses“, sagte er am Dienstag im Kulturausschuss.

Trotzdem wird es bei den 300 000 Euro nicht bleiben. Laut Bürgermeisterin Irmer war von Anfang an klar, dass in der Kostenschätzung nicht alles enthalten ist. So schlug Raißle drei zusätzliche Baumaßnahmen vor, die in der Summe knapp 90 000 Euro kosten. So werden beginnend am Radweg an der B 11 fünf beschriftete Stelen aufgestellt, die den auswärtigen Besucher auf das Museum aufmerksam machen sollen. Die Pylone sind 3,80 Meter hoch und aus gekantetem Stahlblech gefertigt. Kostenpunkt: rund 20 000 Euro. Ob alle beleuchtet werden oder nur die Stele direkt am Museum, wird noch abgeklärt.

Neben dem Ingenieurhaus wird auch das ehemalige Umweltamt für das Museum genutzt. „Das Gebäude sieht derzeit wie ein Sanitärfachgeschäft aus“, meinte Raißle. Deshalb schlug er vor, an der Fassade einen fahrbaren Sonnenschutz aus Holz anzubringen (Kostenpunkt: 24 000 Euro). Am Verbindungsgang zum Ingenieurhaus soll zudem eine Glasfassade entstehen, auf dem ein Bild von der Vertreibung zu sehen ist, das nachts beleuchtet wird. „Das wird ein Aushängeschild der Stadt Geretsried“, warb der Architekt für diese 40 000 Euro teure Idee. Die Innenausstattung des Verbindungsganges, so beruhigte Raißle, war in der Kostenschätzung enthalten. Er soll als Rampe gestaltet werden, damit die Besucher den beschwerlichen Weg der Vertreibung nachempfinden können. Würde man sie „über den gepflasterten Hof schicken“, so Raißle, „ginge Inhalt verloren“. Weniger ins Gewicht fallen die zusätzlichen Kosten für die Außeninszenierung „Schwaige“. Eine Bauminstallation für 6000 Euro soll darstellen, dass Geretsried vor dem Krieg ein Weiler mitten im Wald war.

Im Kulturausschuss regte sich gegen die Vorschläge kein Widerspruch. Einzig Heinz Ocker (CSU) fand den Sonnenschutz am ehemaligen Umweltamt „greislich“. Trotzdem stimmte er mit seinen Kollegen dafür, die erforderlichen Mittel von knapp 90 000 Euro im Haushalt 2013 einzustellen. Dass noch weitere Kosten entstehen könnten, deutete sich in der Sitzung an. Laut Bürgermeisterin soll das Museumsgelände eventuell eingezäunt werden, um den Hof als Ausstellungsfläche nutzen zu können.

(sas)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kommentare