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Facettenreiche Stimme: Jazz-Sängerin Anne Hermann unterstützte die Lehrer der Musikschule bei der Jazz-Matinée im Ingrid-Obser-Saal.  

Jazz-Matinée der Musikschullehrer

Musikschule: Jazz-Frühstück mit feiner Würze

Weißwurstfrühstück zu Jazzmusik ist wie das Salz in der Suppe. Das gehört irgendwie zusammen. Trotz strahlend blauem Himmel und für die Jahreszeit viel zu warmen Temperaturen kamen so viele Zuhörer kürzlich in die Geretsrieder Musikschule, dass die Organisatoren erst Stühle und Tische rücken mussten, damit alle einen Platz im Ingrid-Obser-Saal fanden.

Geretsried – Zur traditionellen Jazz-Matinée der Musikschullehrer war heuer ein Überraschungsgast gekommen: Die Jazz-Sängerin Anne Hermann aus München färbte mit ihrer souligen Stimme die Standards der Herren-Band facettenreich und fein nuanciert ein. „Komm, da mache ich mit“, habe sie spontan auf die Anfrage der Herren zugesagt. Diese Spontaneität im Jazz ist es, die diesen Stil so individuell macht. Mit ihrer wandlungsfähigen Stimme bereicherte Anne Hermann die Musik des reinen „Männervereins“, wie sie ihre Partner nannte – dieses Mal mit dabei am Klavier Peter Wegele, am Schlagzeug Björn Kellerstrass, am Kontrabass Benny Schäfer und an der Gitarre Tobi Weber, allesamt Lehrer an der Musikschule.

Amerikanische Unterhaltungsmusik aus einer anderen Zeit

Seit gut zehn Jahren, immer in unterschiedlichen Besetzungen, gibt es traditionell im Frühjahr die begehrte Jazz-Matinée mit Weißwurstfrühstück. Heuer umfasste das Programm Lieder aus dem legendären „Great American Songbook“, die Sammlung der größten Hits der amerikanischen Unterhaltungsmusik von den 1930er- bis 1960er-Jahren. Als ob sie es gewusst hätten, passte auch die Songauswahl zu diesem sonnigen Tag, unter anderem mit „It’s a lovely Day Today“ und „Blue Skies“ von Irving Berlin. Will man die Musik aus dem legendären Songbook beschreiben, dann trifft es wohl am besten der Zeitgeist, in dem adrett gekleidete Damen und Herren durch die Straßen flanierten und Höflichkeitsformeln Hochkonjunktur hatten. Jene Zeit, wo live gespielte Musik aus allen Jazzkellern klang und man sonntags ins Tanz-Café ging.

Lehrer-Combo interpretiert Jazz modern und „rockig“ 

Aus dieser Unterhaltungsmusik machte die Lehrer-Combo feinen Jazz, neu arrangiert, teils rockig modernisiert oder mit Sprenkeln aus Tango-, Beat- oder Latin-Rhythmen – das Schöne am Jazz, der so wandelbar ist. Der nie zweimal gleich klingt, in dem die Soli jedes einzelnen Musikers immer wieder neue Elemente in den Standard bringen. Anne Hermann sorgte mit ihrer facettenreichen Stimme und dem so typisch für die damalige Zeit improvisatorischen „Baraba-ba-duda“-Gesang dafür, dass die feine Würze ins Jazz-Frühstück kommt. 

Von Andrea Weber

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