Im Amt bestätigt: Silke Noeller-Granget und Claus Schaffer wurden einstimmig für drei weitere Jahre zu den Aufsichtsräten des Geltinger Dorfladens gewählt. Foto: sh
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Im Amt bestätigt: Silke Noeller-Granget und Claus Schaffer wurden einstimmig für drei weitere Jahre zu den Aufsichtsräten des Geltinger Dorfladens gewählt.

Dorfladen Gelting

Musterknabe muss bald Steuern zahlen

Gelting - Der Geltinger Dorfladen entwickelt sich prächtig. Damit das Wachstum anhält, soll die Kundenzufriedenheit weiter im Vordergrund stehen. Zudem sind Modernisierungen geplant.

Die Verantwortlichen der Genossenschaft legten in der Generalversammlung am Mittwochabend einen makellosen Bericht vor. Der Geltinger Dorfladen sei „fest etabliert“, bilanzierten die Vorstände Franz Wirtensohn und Michael Hopp vor rund 80 Anwesenden im Kindergartensaal. Mit inzwischen 19 Mitarbeitern sei der Laden „ein beachtlicher Arbeitgeber im Dorf“.

Laut Geschäftsbericht machte der Dorfladen im vergangenen Jahr einen Umsatz von 493 000 Euro. Im Vergleich zu 2012 bedeutet das ein Plus von 8000 Euro (rund zwei Prozent). Nach Abzug aller Ausgaben und Rücklagen bleibt ein Jahresgewinn von 9320 Euro. Er wird auf Beschluss der Versammlung zum Ausgleich der Verluste in den ersten Betriebsjahren verwendet. Damit bleibt ein Verlustvortrag von 1500 Euro, der aller Voraussicht nach im laufenden Jahr erwirtschaftet werden kann. Die Folge des Erfolgs: Der Dorfladen muss bald regelmäßig Steuern zahlen. „Wir haben die schwierigen Jahre hinter uns gelassen“, sagte Wirtensohn. „Jetzt hoffe ich, dass uns alle Mitglieder und Kunden weiterhin treu bleiben.“

Als „Baby mit schwerer Geburt, das sich zu einem Musterknabel entwickelt hat“. bezeichnete Bürgermeister Michael Müller das Projekt. Der Laden zeige, dass der Zusammenhalt im Dorf funktioniere. Zugleich machte Müller eine spontane Zusage: Die Stadt werde die Erneuerung der Wegweiser zum Dorfladen finanzieren. Vorstand Hupp schrieb den Erfolg des Ladens den Mitarbeitern zu. „Sie sorgen dafür, dass wir in gutem Fahrwasser sind“, sagte er. Unter anderem hätte die Mannschaft um Andrea Zambelli und Sigrid Stumvoll den Verwurf von Waren deutlich reduziert und damit erheblich zum Gewinn beigetragen. Die Anwesenden applaudierten anerkennend.

Um auch für die Zukunft gerüstet zu sein, plant die Genossenschaft laut Wirtensohn einige Investitionen. So würden das Obstregal und die Kaffeeecke neu gestaltet, demnächst müssten zudem die Kühlschränke ausgewechselt werden. Neue Geräte sollen dann über das zentrale Kühlsystem laufen. Mit Veranstaltungen auf dem Dorfplatz und Kräuterwanderungen soll der Laden „weiterhin für positive Schlagzeilen sorgen“.

Die Mitglieder verständigten sich darauf, die Qualität bezüglich Kundenzufriedenheit und Warenangebot weiter auszubauen. Laut Hopp stammen bereits rund 70 Prozent der Produkte aus der Region. Der Vorschlag von Genossenschaftsmitglied Martin Schepp, mit künftigen Gewinnen eine eigene Immobilie zu finanzieren, fand weniger Anklang. Wirtensohn: „Wir sollten kleiner denken. Unser Dorfladen ist einer der wenigen, der gut läuft.“

von Sebastian Dorn

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