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Eröffneten die Ausstellung „Weibsbilder“ im Geltinger Hinterhalt (v. li.): Isabel Patel-Missfeldt, ihr Vater Prof. Dr. Vallabh Patel und Hollerhaus Galeristin Lia Schneider-Stöckl.  

Geretsrieder Kulturtage PiPaPo

„Mut zum Hut“ – nicht nur für Weibsbilder

Gelting – Farbenprächtig-kulinarische Vernissage im Geltinger Hinterhalt.

Die Künstlerin Ute-Patel-Mißfeldt saß noch im Flugzeug aus Indien, wo sie ganz nebenbei Dozentin an der Kunstakademie in Varodara (Baroda) ist. So war es ihr nicht möglich, ihre Ausstellung „Weibsbilder“ am frühen Freitagabend im Geltinger Hinterhalt selbst zu eröffnen. Doch ihr Team vertrat sie hervorragend und leistete grandiose Arbeit.

Allen voran ihre kongeniale Tochter Isabel – schon rein äußerlich ein Kunstwerk: grünes, langes Kleid, kesser roter Hut, dazu eine freche Brille und charmant, an der Seite von Utes Mann Prof. Vallabhbai Patel. Der Professor, wie wir ihn der Einfachheit nennen wollen, stammt aus Indien, ist Urologe, Philosoph und Photokünstler, ist riesig nett, charmant, einfach genial. Aber es ging im Rahmen der Geretsrieder PiPaPo-Kulturtage im Hinterhalt nicht nur um Menschen aus Fleisch und Blut, sondern vor allem um farbenprächtige Karikaturen auf Seide zum Thema „Weibsbilder“.

Das Organisationsteam um Assunta Tammelleo, Andrea Weber, Isabel Heß und Kirsten Braun offerierte ein ebenso farbenprächtiges Buffet, und konnte neben vielen anderen auch Eric Liebermann mit Frau begrüßen, der im Vorjahr seine Karikaturen bei PiPaPo beigesteuert hatte, sowie den Galeristen Wolfgang Sellinger mit Frau aus Eichstätt. Lia Schneider-Stöckl vom Hollerhaus stellte in ihrer Einführung die vielen Facetten der Künstlerin Ute-Patel-Mißfeldt heraus. Obwohl bunt und drall, regen die „Weibsbilder“ stets zum Nachdenken über unser Leben, unsere Zeit, unsere Welt an. „Immer farbenfroh, ein bisserl frivol, lebensbejahend, auf jeden Fall auffällig“, so umriss Isabel Patel-Missfeldt die Bilder, die immer auch ein wenig die Persönlichkeit der Künstlerin widerspiegeln.

Ute Patel-Mißfeldt kam am 31. Dezember 1940 um 23.55 Uhr in Bremerhaven zur Welt. Die Mutter von vier Kindern lebt mit ihrem Mann stilecht auf einem Schloss in Neuburg an der Donau, feiert rauschende Schlossfeste mit edlen Reitern und Rittern und führt dort ihre Hutkreationen vor. Aber nur, wenn sie nicht auf Seide malt, Porzellan designt, bislang über 30 Fachbücher schreibt, in Indien Kunst unterrichtet oder sich unter dem Dach der UNESCO dort um die Ärmsten der Armen kümmert.

Ihr Motto „Vom Vergnügen anders zu sein“ hindert sie aber nicht daran, immer dem Perfektionismus zu frönen, so auch in der „Königin der Künste, der Seidenmalerei“, wie die Laudatorin betonte. „Die Leidenschaft für die Karikatur entdeckte sie aus Zufall im Krankenhaus, wo sie im Bett lag und die Schwestern karikierte – zur Verwunderung und Erheiterung des Personals“, erzählte Schneider-Stöckel. Und das Beste: Man kann diese „Weibsbilder“ auch käuflich erwerben, ganz legal und moralisch einwandfrei, Tochter Isabel „vermarktet“ die vielfältigen Werke ihrer Mutter und stimmte eine Hymne auf ihre Eltern an: „Ich bin die glücklichste Tochter der Welt.“

Und zum guten Schluss stimmte die Hollerhaus-Chefin Lia Schneider-Stöckl auch noch eine rührende Hommage auf die Hinterhalt-Wirtin Assunta Tammelleo an, „ohne die das Ganze hier nicht so laufen würde.“

Dieter Klug

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