Eine Frau und ein Lama.
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Ein Herz für Lamas: Die Ascholdingerin Michaela Schelshorn (mit Kasimir) hat zwei Guanakos bei sich aufgenommen.

Ascholdingerin Michaela Schelshorn nimmt Lamas auf

Nach Tod des Besitzers: Ein neues Heim für Liese und Lotte

  • Sabine Hermsdorf-Hiss
    vonSabine Hermsdorf-Hiss
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Nach dem Tod des Besitzers, war guter Rat teuer: Was wird aus seinen zwei Lamas, genauer Guanakos? Inzwischen haben die Tiere in Ascholding (Gemeinde Dietramszell) eine neue Heimat gefunden.

Ascholding – Dieser Zuwachs war eigentlich nicht geplant. „Aber der Familienrat hat sich dafür entschieden“, sagt Michaela Schelshorn, während sie langsam auf die beiden Guanakos, eine in Südamerika beheimatete Urform des domestizierten Lamas, zugeht. Die zwei Weibchen beäugen die junge Frau erst einmal aus gebührendem Abstand. „Es ist eine Herausforderung, ihr Vertrauen zu gewinnen“, erklärt die Ascholdingerin. „Und ich muss ihnen den ersten Schritt lassen. Es sind Wildtiere, die man normal nur in freier Natur oder im Zoo zu sehen bekommt.“

Seit acht Jahren züchtet die 34-Jährige Lamas

Michaela Schelshorn kennt sich aus: Seit acht Jahren züchtet die 34-Jährige gemeinsam mit ihrem Ehemann Daniel Lamas. Die Herde, mittlerweile 18 Tiere, besteht aus Hengsten, Wallachen und Stuten. Das Verhältnis zwischen der Ascholdingerin und den Tieren ist geprägt von gegenseitigem Respekt. „Man muss ihnen sagen, was man will, sonst akzeptieren sie einen nicht“, sagt Schelshorn und streichelt Kasimir, ein junger Surihengst, den Hals. Dem gefällt die Aufmerksamkeit, was er durch ein feines Summen zu verstehen gibt.

„Doch Guanakos sind ganz anders“, kehrt Schelshorn zum eigentlichen Thema zurück. „Kuscheltiere werden das nie. Auch für Lama-Wanderungen sind sie nicht geeignet. „Aber was wäre aus ihnen geworden, wenn ich sie nicht genommen hätte?“ Ohne Ausnahmegenehmigung seitens des Veterinäramts darf man Guanakos als Privatperson gar nicht halten. Umso mehr freut sich die Lamazüchterin, dass die beiden „Damen“ nach vielen Telefonaten sowie einem Haltungs- und Sachkunde-Nachweis einziehen durften. „Sie kommen aus der Nähe von Nürnberg“, erzählt sie. „Die Elterntiere stammen aus einem Prager Zoo. Als der Besitzer starb, wusste keiner, wie man mit den Guanakos artgerecht umgeht, weder wie man sie pflegt noch füttert.“ So warfen Nachbarn immer wieder rohe Kartoffeln in das Gehege.

Namensvorschlag: „Guaca und Mole“

Der Enkel des Verstorbenen wandte sich schließlich an die „Lama Nothilfe“, eine private Initiative. Über dieses Netzwerk erfuhren die Schelshorns von den beiden Tieren. „Ich war schon immer von dieser Stammform fasziniert – allein der majestätische Gang und die Kopfhaltung.“ Auf ihren Lama-Wanderungen berichtet die Ascholdingerin auch über die Abstammung ihrer Tiere. „Jetzt habe ich sozusagen die Wildform vor der Haustür.“

Behutsam will sie die beiden Wildtiere an ihre domestizierten Nachkommen heranführen. „Ich werde Eidaa, eine erfahrene, ruhige Stute, zum ersten Kennenlernen dazu stellen.“ Und Schelshorn hofft bei den Neuankömmlingen auf Lernen durch Beobachten. „Wenn die zwei sehen, wie ich mit Eidaa umgehe, wirkt sich das hoffentlich auch auf sie aus.“

Bei der Namensgebung setzte Michaela Schelshorn zuerst auf Vorschläge aus Facebook. Unter „Erlenwald Lamas“, konnte jeder seinen Namenswunsch abgeben. „Allerdings waren einige sehr abenteuerliche darunter“, sagt die 34-Jährige und lacht. „Randalotte und Spotzette oder Guaca und Mole.“ Erneut wurde der Familienrat zusammengetrommelt. Das Ergebnis stand schnell fest: „Liese und Lotte.“ Wieder geht der Blick zu den beiden Guanakos. „Ich finde, das passt perfekt.“ (sh)

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