Nachbarn können Ausbau regeln

- Bebauungsplan soll angepasst werden

Wolfratshausen - "Der Stadtrat ermöglicht den Bürgern, dass sie Wohnraum schaffen können, dabei wollen sie das gar nicht." Mit dieser für Bürgermeister Reiner Berchtold "fatalen Situation" an der Pommern-, Ostpreußen- und der Siebenbürgerstraße in Waldram befasste sich der Bauausschuss.

Am 20. Januar hatte der Stadtrat beschlossen, den Bebauungsplan so zu ändern, dass bei den Reihenhäusern an den drei Straßen die Erweiterung um ein zusätzliches Vollgeschosses möglich wird (wir berichteten). Wie Berchtold in Erinnerung rief, beruhte diese Entscheidung auf einer Umfrage unter den 47 Eigentümern. 38 beteiligten sich daran, 18 votierten für das Vollgeschoss.

In der vorgezogenen Bürgerbeteiligung baten laut Berchtold zahlreiche Anwohner um Änderungen. Ein Ausbau des Dachgeschosses werde zwar begrüßt, viele Anwohner hielten aber die Errichtung eines zusätzlichen Geschosses "aus den verschiedensten Gründen für ungünstig", so Berchtold. "Genannt werden die hohen Kosten, das unharmonische Erscheinungsbild und die Verschattung der Grundstücke." Die Bürger wünschten sich die Ausbauvarianten Kniestock, Dachlaterne und eine steilere Dachneigung.

Heinrich Schiltenwolf (CSU) fühlte sich bestätigt: "Ich habe schon bei der letzten Abstimmung gesagt, dass diese Änderung nicht in meinem Sinne ist." Roswitha Beyer (SPD) beantragte einen Meinungsaustausch mit allen Anwohnern. Die übrigen Ausschussmitglieder meldeten jedoch Zweifel an, nur Josef Praller von der Bürgervereinigung schlug sich auf Beyers Seite. Der Antrag wurde deshalb mit zwei zu sieben Stimmen abgelehnt.

Heinrich Schiltenwolf schlug vor, den Anwohnern die Möglichkeit zu geben, sich innerhalb der einzelnen Häuserzeilen auf eine der genannten Ausbauvariante zu einigen. "Das wäre das Idealste", meinte er und erntete breite Zustimmung. Alle Ausschussmitglieder votierten schließlich dafür, den Bebauungsplan anzupassen.sb

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