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Die Nachbarschaftshilfe Bürger für Bürger steht vor einem großen Schritt. Die ehrenamtlichen Helfer wollen sich neu aufstellen – und künftig auf Leitungsebene auch auf bezahlte Kräfte setzen. Den Anfang macht die Seniorenhilfe.

Bürger für Bürger

Nachbarschaftshilfe: Auf dem Weg zum sozialen Arbeitgeber

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Die Nachbarschaftshilfe Bürger für Bürger steht vor einem großen Schritt. Die ehrenamtlichen Helfer wollen sich neu aufstellen – und künftig auf Leitungsebene auch auf bezahlte Kräfte setzen. Den Anfang macht die Seniorenhilfe.

Wolfratshausen – Seit mehr als 25 Jahren bietet die Nachbarschaftshilfe Bürger für Bürger mit ihren mehr als 1200 Mitgliedern schnell und unbürokratisch ihre Hilfe an. Sei es beim Babysitten, bei kleineren Reparaturen, in Mutter-Kind-Gruppen, im Vorkindergarten, beim Einkaufen – eigentlich ist für alle Altersgruppen etwas dabei. Das Angebot wird gerne angenommen, die Nachfrage ist groß, vor allem bei der Seniorenhilfe, einem der größten Ressorts der Nachbarschaftshilfe. „Da könnten wir sogar noch einiges mehr anbieten, was wir dann aber mit den Pflegekassen abrechnen müssten“, sagt der Vorsitzende des Vereins, Peter Lobenstein. Was er meint, sind sogenannte niederschwellige Betreuungsangebote, zum Beispiel Haushaltshilfen, Fahrdienste oder kleinere Pflegetätigkeiten.

Auch die Leitung braucht eine Ausbildung

Peter Lobenstein: Vorsitzender von Bürger für Bürger

Von den 4000 bis 5000 Senioren in Wolfratshausen, die Lobenstein zum direkten potenziellen „Kundenkreis“ von Bürger für Bürger zählt, betreut der Verein derzeit etwa 90, einige davon mit Pflegestufe. „Um zusätzliche Dienste anbieten zu können, brauchen aber nicht nur die Helfer eine Ausbildung, sondern auch die Leitung“, ergänzt Lobenstein.

Die neue Ressortleitung sollte eine Ausbildung als Pflegefachkraft mit Weiterbildung oder Erfahrung im Bereich Psychiatrie und Gerontopsychiatrie, Heilerziehungspflege, Heilpädagogik oder Sozialpädagogik haben. Sie soll passende Helfer auswählen, anleiten und schulen sowie das Angebot um eben diese niederschwelligen Betreuungs- und Entlastungsangebote erweitern. Außerdem wird sie Anfragen zur Seniorenhilfe beantworten und eng mit den Helfern und Ressortleitern sowie dem Vorstand zusammenarbeiten.

Sechs bis acht Wochenstunden als Durchschnittswert

Zunächst soll der Leiter der Seniorenhilfe auf 450-Euro-Basis arbeiten, später könnte das ausgeweitet werden. Die Arbeitszeit schätzt Lobenstein auf sechs bis acht Stunden pro Woche, „wobei das ein Durchschnittswert ist. Es wird Wochen mit zwei oder drei Stunden Arbeitszeit geben, dann wiederum Wochen mit zehn oder zwölf Stunden.“ Derzeit laufen Gespräche mit der Stadtverwaltung. „Schließlich“, ergänzt Lobenstein, „muss der oder die Neue auch ein Büro mit der nötigen technischen Infrastruktur haben, von dem aus er oder sie die Arbeit koordiniert.“ Außerdem brauche man einen Raum, in dem Gespräche mit Senioren und Angehörigen geführt werden können. Eine Option könnte das Klein-Anwesen an der Bahnhofstraße sein. Einer Entscheidung vorgreifen will Lobenstein aber nicht. „Dafür ist es zu früh.“ Um die zusätzlichen Leistungen anbieten zu können, muss zunächst eine Satzungsänderung her. Diese soll im Rahmen der Jahresversammlung am Mittwoch, 26. April, beschlossen werden.

Bis jetzt haben die Bewerber das Profil nicht erfüllt

Auf die Ausschreibung der Stelle hat es Rückmeldungen gegeben, die Bewerber haben aber unisono das Profil nicht erfüllt. Dass die Nachbarschaftshilfe Profis braucht, ist für Lobenstein eine tolle Sache, ein Zeichen, wie erfolgreich der Verein ist. Man sei auf dem besten Weg, als sozialer Arbeitgeber in der Stadt tätig zu werden. Es könne durchaus sein, dass das Modell, das man für die Seniorenhilfe etablieren will, auch auf andere Ressorts angewendet wird.

Info

Interessierte können sich direkt an Peter Lobenstein wenden. Telefonisch unter 0 81 71/92 66 01 oder per Mail an vorstand1@bfb-wor.de. Die Jahresversammlung findet am Mittwoch, 26. April, im „Musto’s“ statt.

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