So wird es mal aussehen: Das Grüne Zentrum in Holzkirchen in einer Simulation. computergrafik: red
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So wird es mal aussehen: Das Grüne Zentrum in Holzkirchen in einer Simulation.

Nachtarock beim Grünen Zentrum

Bad Tölz-Wolfratshausen - Der Landkreis teilt sich den Sachaufwand mit Miesbach. Erneute wird Kritik am Standort Holzkirchen laut.

Neuer Standort, alte Konstellation: Auch nach dem Umzug der Landwirtschaftsschule von Wolfratshausen ins künftige Grüne Zentrum Holzkirchen sollen sich die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach den Sachaufwand teilen. Diese Zusammenarbeit segnete der Kreisausschuss in seiner Sitzung am Donnerstag einstimmig ab.

In der Debatte wurde aber deutlich: Einige hadern noch immer damit, dass 2010 Holzkirchen und nicht Bad Tölz den Zuschlag fürs Grüne Zentrum bekam. So erinnerte Martin Bachhuber daran: „Der Landkreis hat seinerzeit dem Landwirtschaftsministerium ein sehr schlüssiges und finanziell nachprüfbares Konzept vorgelegt.“ Als Standort war damals das - inzwischen abgerissene - ehemalige Kasernenkino auf der Flinthöhe im Gespräch. Das Landkreis-Konzept beinhaltete laut Bachhuber einen Quadratmeter-Mietpreis von 9,80 Euro. Was denn nun in Holzkirchen fällig werde, fragte der CSU-Fraktionssprecher nach. Die früheren Angaben hierzu seien ja eher „diffus“ gewesen. „Die Miete liegt dort bei elf bis zwölf Euro“, antwortete Landrat Josef Niedermaier. „Das würde ich dem Ministerium mal sagen, schließlich war der Mietpreis ein ausschlaggebendes Entscheidungskriterium“, kommentierte Bachhuber.

Gebaut wird das Grüne Zentrum in Holzkirchen von einer Tochtergesellschaft des Bayerischen Bauernverbands, der Freistaat zieht mit dem Landwirtschaftsamt als Mieter ein, die beiden Landkreise sind mit ihrer gemeinsamen Landwirtschaftsschule wiederum Untermieter.

Keine große Debatte gab es um die Fortsetzung der gemeinsamen Schulträgerschaft. Der Vereinbarung zufolge geht der Landkreis Miesbach zunächst in Vorleistung. Der Anteil, den Bad Tölz-Wolfratshausen erstattet, errechnet sich dann aus dem Anteil der Schüler aus dem Landkreis. Ganz sicher schienen sich einige Kreisräte dabei nicht zu fühlen. „Wir haben ja nicht immer gute Erfahrungen mit Mischfinanzierungen gemacht“, sagte Klaus Koch (Grüne). „Ich erinnere da an das Tölzer Gabriel-von-Seidl-Gymnasium.“ Wenn der Landkreis schon den Schulstandort abgebe, müsse wenigstens sichergestellt sein, dass er „nicht über die Maßen belastet wird“. Dieses Risiko sah Landrat Josef Niedermaier (Freie Wähler) nicht. „Die Abrechnungen laufen seit Jahrzehnten ehrlich und fair“, betonte er. „Nach der gesetzlichen Grundlage sehe ich auch keine Möglichkeit dafür, dass uns jemand über den Tisch zieht.“

Aus Sicht vom Manfred Fleischer (CSU) bleibt das Finanzierungssystem nur so lange stabil, wie die Schülerzahlen konstant bleiben. „Ich halte es aber durchaus für möglich, dass zum Beispiel viele Schüler aus dem Loisachtal nicht nach Holzkirchen wollen, sondern sich eher nach Westen orientieren.“ Auch da teilte Niedermaier die Bedenken nicht. „Ich schätze, 95 Prozent der Schüler aus dem Landkreis, die jetzt nach Wolfratshausen gehen, werden auch nach Holzkirchen gehen.“

Andreas Steppan

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