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Möchte hoch hinaus – beim Sport und im Beruf: Basketballer Luca Burkardt hat ein Lehramtsstudium begonnen.

Porträt der Woche

Nah an den ganz Großen

In der Schule war Luca Burkardt immer einer der Größten. Auf dem Mannschaftsfoto der Basketballer des FC Bayern München sticht der 1,93-Meter-Hüne hingegen nicht heraus. Der Geretsrieder spielt in der Pro B-Mannschaft, der Reserve des FCB. Mit den großen Stars der Basketball-Bundesliga-Mannschaft durfte sich Burkardt bereits in der Saisonvorbereitung messen.

Geretsried/München – Luca Burkardts Grundschulfreunde spielten Fußball. „Das hat mich auch interessiert“, erinnert sich der 19-Jährige. Als seine Mutter, eine ehemalige Profi-Basketballerin, eine Jugendmannschaft der DJK Waldram betreute, schaute sich der damals Achtjährige das Training einmal an. Früh war klar, dass der Junge Talent als Korbjäger hatte.

Dieses Talent brachte ihn nach einigen Jahren zur Nachwuchsmannschaft des FC Bayern München. „Das war eher ein Zufall“, sagt Burkardt. Zusammen mit einem Freund besuchte er 2009 ein Probetraining der Talentschmiede. Der FC Bayern wollte beide Buben in seiner Jugendabteilung ausbilden. Der Geretsrieder zog sich also fortan das rote Trikot der U 14-Mannschaft an.

Für Burkardt bedeutete der Wechsel einen großen Zeitaufwand. „Jeden Tag war ich am Vormittag in der Schule und am Abend zwei Stunden lang im Training.“ Der Aufwand hat sich gelohnt: In der zweiten Mannschaft des FC Bayern in der dritten Liga spielte Burkardt in der abgelaufenen Saison eine wichtige Rolle. Zuvor durfte der Small Forward an der Vorbereitung mit der Profi-Mannschaft teilnehmen. „Um dort mitzuspielen, ist es aber noch ein großer Schritt“, räumt er ein.

Die Erfahrung, das hohe Tempo und die Trainings-Kulisse im Audi-Dome haben bei Burkardt trotzdem einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Vor zwei Jahren gewann er mit der U 19-Jugend-Mannschaft des FCB die Deutsche Meisterschaft – nur wenige Tage vor seiner letzten Abiturprüfung. „Das war für mich eine Wahnsinns-Woche.“ Neben der Ausbildung zum Basketballer büffelte Burkardt erfolgreich für sein Abitur am Gymnasium Geretsried. „Schule und Sport zu vereinen, war aber zum Glück nie ein Problem“, erinnert sich der 19-Jährige. Die Trainer in der Nachwuchsabteilung des Vereins „achten sehr darauf, dass die Leistungen in der Schule gut sind.“

Nach seinem Abitur leistete er ein freiwilliges sportliches Jahr beim FC Bayern ab und betreute unterschiedliche Kinderteams. Danach begann er an der Ludwigs-Maximilian-Universität in München ein Studium. Burkardt möchte Lehrer werden. Seine Fächerwahl: Englisch – und natürlich Sport.

In den kommenden Wochen kann sich der Geretsrieder komplett auf das Lehramtsstudium konzentrieren und ein wenig vom Basketball abschalten: Die Mannschaft hat Sommerpause. Die Vorbereitung auf die neue Saison startet im August. „Ich möchte wieder eine gute Rolle in der Mannschaft spielen“, definiert Burkardt seine Ziele. Sollte er seinen Platz festigen, könnte irgendwann einmal ein Vertrag in einer BBL-Mannschaft winken. „Ich kann mir vorstellen, dass das möglich ist.“ Wichtig ist dem Geretsrieder, neben einer möglichen Laufbahn als Basketballer sein Studium abzuschließen. Auch wenn es mit der großen Korbjäger-Karriere nichts werden sollte, „möchte ich zumindest einmal im ausverkauften Audi Dome spielen“.

Bei seinen Kommilitonen ist der 19-Jährige dank seines sportlichen Talents immer wieder Gesprächsthema, „auch wenn mir das gar nicht immer so lieb ist“, sagt Burkhard bescheiden. Ein kleiner Trost für die unerwünschte Aufmerksamkeit: „Die finden die Fußballer meistens doch ein bisschen cooler“, sagt er und lacht. Die Wahl, die er mit acht Jahren für sich getroffen hatte, stand für ihn dennoch nie in Frage.  Dominik Stallein

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