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„Ein romatisches Szenario“, verspricht Wolfratshausens Kulturmanagerin Marion Klement den Zuschauern bei der Johanni-Floßprozession.

Floß-Prozession auf der Loisach

Nepomuk, beschütze uns

Wolfratshausen - Nach drei Jahren ist es wieder soweit: Am kommenden Sonntag findet die Johanni-Floßprozession in Wolfratshausen statt. Geehrt wird der Brückenheilige Johann von Nepomuk.

Festlich geschmückt sind die zwei hölzernen Riesen, die sich nach Einbruch der Dunkelheit auf der Loisach in Bewegung setzen werden: Am kommenden Sonntag findet die laut Stadtverwaltung weltweit einmalige Johanni-Floßprozession in Wolfratshausen statt. Zusammen mit den ortsansässigen Flößerbetrieben und der Pfarrei St. Andreas feiert die Stadt den Namenstag des Schutzheiligen der Flößer, Johannes von Nepomuk.

„Die Flößer haben Nepomuk im Mittelalter angebetet und um Schutz gebeten, weil sie Angst hatten, unter einer Brücke hindurch zu fahren und gegen eine Brückenpfeiler zu stoßen“, erklärt der Wolfratshauser Flößer Josef Seitner. Bis 1910 wurde die Prozession in der Loisachstadt Jahr für Jahr durchgeführt, dann endete die Tradition. Warum, das wissen weder Seitner noch Marion Klement, Kulturmanagerin der Stadt. Bürgermeister Peter Finsterwalder belebte den Brauch 1994 neu. Der Anlass war die Fertigstellung des Kastenmühlwehrs an der Loisach. Die Wehranlage nebst Holzbrücke ist heute ein prägender Blickfang in der Flößerstadt.

„Seit 1994 nehme ich an der Johannifloßfahrt teil“, berichtet Seitner. Auch heuer wird der Flößer am Ruder stehen. „Die Floßfahrt mit der Prozession und der Messe gehört einfach zu Wolfratshausen.“ Für die Zuschauer – es sind in der Regel Tausende – sei die Johannifloß-Prozession ein „großartiges Spektakel“, so Seitner. Die Vorfreude sei stets groß – vor allem, da die Veranstaltung seit 1994 nur alle drei Jahre stattfindet.

Nach dem Einbruch der Dunkelheit gegen 21 Uhr zieht ein Festzug, bestehend aus Mitgliedern zahlreicher Traditionsvereine, darunter die Gebirgsschützen sowie Trachtler von der Marktstraße zur alten Floßlände. „Die zwei Flöße starten etwa eine halbe Stunde vorher“, erklärt Seitner. „Wir legen auf Höhe Am Poing ab, dann geht’s flussabwärts mit den Gästen zur alten Floßlände.“ Stadtkapelle, Ministranten und die Flößer selbst fahren mit. „Ebenfalls auf dem ersten Floß ist die Figur des Heiligen Johann Nepomuk, die sonst auf der Marienbrücke zu sehen ist“, sagt Wolfratshausens Stadtpfarrer, Dekan Gerhard Beham. Laut Kulturmanagerin Klement wird das zweite Floß („das Promi-Floß“), auf dem Bürgermeister Klaus Heilinglechner und die Stadträte mitfahren, von Josef Seitners Cousin Franz Seitner gesteuert.

An der alten Floßlände, die mit Fackeln illuminiert wird, angekommen, erhalten die Flöße mit den Flößern in einer kurzen Messe den kirchlichen Segen von Dekan Beham. Dann feuern die Gebirgsschützen drei Salutschüsse ab. Nach der Messe wird die Fahrt zum Kastenmühlwehr fortgesetzt, dort treten die Fahrgäste wieder ans sichere Ufer. „Kinder und Zuschauer dürfen ihre selbstgebastelten Lichterflöße den zwei Festflößen quasi als Geleitschutz hinterherschicken“, so Klement. „Das romantische Szenario beschließt ein Feuerwerk über den Dächern von Wolfratshausen.“

Gottesdienst: Zu Ehren des Schutzheiligen Johann Nepomuk hält Dekan Gerhard Beham am Sonntag um 19 Uhr einen Gottesdienst in der St.-Andreas-Kirche ab. „Dieser gehört nach dem katholischen Verständnis zu jeder Prozession dazu“, stellt Beham fest, der heuer zum ersten Mal als Stadtpfarrer an der Johanni-Floßprozession teilnimmt.

von Magdalena Halamek

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