Sänger Christian Deussen (re.), begleitet von Steffen Zander am Klavier.
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Pathetische Stimme: Sänger Christian Deussen (re.), begleitet von Steffen Zander am Klavier.

Christian Deussen und Linda Jo Rizzo verbreiten im Hinterhalt Optimismus

Neuanfang mit Disco und Dirty Dancing im Hinterhalt

  • vonPeter Herrmann
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Eine ungewöhnliche Premiere erlebten die Zuschauer der jüngsten Livestream-Aufzeichnung in der Kulturbühne Hinterhalt.

Gelting – Erstmals fand im Hinterhalt ein Auftritt mit Playback-Einspielungen statt. „Gesungen wird aber selbstverständlich live“, stellte Christian Deussen klar.

Der gebürtige Rheinländer tourte in den vergangenen drei Jahrzehnten mit verschiedenen Gospelchören durch die Welt und stand zu Beginn des Konzerts zunächst allein auf der Bühne. Erst später kamen Pianist Steffen Zander und die aus New York stammende Linda Jo Rizzo hinzu. Die Italoamerikanerin startete einst in den USA und Mailand eine internationale Modelkarriere und landete in den 1980er-Jahren als Sängerin des Frauentrios „The Flirts“ sogar in den Top Ten der deutschen Charts.

Während Christian Deussen bei seinen Solostücken zunächst vor allem auf seine pathetische Stimme und lebensbejahende Textinhalte vertraute, erinnerte Jo Rizzo in hohen Stöckelschuhen und glitzernden Gewand oft an längst vergangene Disco-Zeiten. Dass die 65-Jährige auf die mitunter stampfenden Playback-Rhythmen gar nicht angewiesen ist, bewiesen die Duette mit Christian Deussen. So sang sie den Bossa-Nova-Klassiker „Girl from Ipanema“ sogar in akzentfreiem Portugiesisch. Ihr Bühnenpartner wiederum überzeugte bei der nostalgischen Sinatra-Nummer „Something Stupid“ mit Entertainerqualitäten. Danach präsentierte der Sänger mit seiner aktuellen Single „Hallo Neuanfang“ eine Eigenkomposition, die er unter dem Eindruck der noch nicht ausgestandenen Corona-Krise schrieb. Die hoffnungsfrohen Textzeilen „Endlich kann ich es wieder wagen, alle Türen gehen auf“ mögen in Zeiten des immer noch bestehenden Lockdowns vielleicht etwas verfrüht erscheinen, könnten aber schon bald ihre ganz Kraft entfalten.

Im Zugabenteil bediente sich das Trio dann erneut am unerschöpflichen Hit-Fundus der 1980er-Jahre: Die Freude am gemeinsamen Singen des „Dirty Dancing“-Schmachtfetzens „The Time Of My Life“ dürfte sich in die heimischen Wohnzimmer des Publikums übertragen haben. Und vielleicht hat ja das eine oder andere Paar dazu eine heiße Sohle aufs heimische Parkett gelegt und sich an die ersten Tanzstunden erinnert.  

ph

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