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Und, was siehst Du? Die achtjährige Carina war eine der ersten Besucher der neuen Isartalsternwarte – und durfte einen Blick auf die Sonne werfen.

Jupiter und Sonne im Visier

Neue Isartalsternwarte: Tag der offenen Tür

Königsdorf - Es war ein gelungener Auftakt: Zahlreiche große und kleine Sterngucker nutzten gestern die Gelegenheit sich beim Tag der offenen Tür der neuen Isartalsternwarte über die Beobachtungsstation zu informieren.

Nach 15 Monaten Bauzeit war es am Sonntag endlich soweit: Die neue öffentliche Sternwarte mit dem größten Teleskop des Oberlandes nahm ihren Betrieb auf. Bis 13 Uhr hatten sich bereits 150 Besucher in der neu errichteten Sternwarte des Vereins Isartalsternwarte auf dem Gelände der Jugendsiedlung Hochland eingefunden und umzingelten die Teleskope.

Zu entdecken gab es an dem sonnigen Herbsttag so einiges. Mit den auf der Terrasse der Station extra aufgebauten besonderen Teleskopen konnten die Hobby-Astronomen nicht nur die Sonne beobachten, sondern auch die größte Sonnenfleckengruppe seit 24 Jahren. „Man sieht die Sonnenoberfläche mit den riesengroßen Sonnenflecken, die durch Störungen des Magnetfeldes verursacht werden“, erläuterte Vereinsmitglied Florian Baldes den gespannt lauschenden Besuchern.

In der Kuppel der Sternwarte wurde mit dem großen 60-Zentimeter-Teleskop der Planet Jupiter ins Visier genommen. Geduldig saßen die Besucher auf der runden Bank und warteten bis sich die Wolkenfelder wieder verzogen hatten. Mehrfach musste neu justiert und die Öffnung der Kuppel gedreht werden. Endlich war es dann soweit. Erwartungsvoll kletterten die Sterngucker auf die kleine Leiter und blickten durch das Teleskop in den Himmel. „In der Mitte des Okulars sehen sie ein Scheibchen mit zwei Bändern, das ist der Jupiter mit den zwei Hauptwolkenbändern“, erklärte Vereinsmitglied und Architekt der Sternwarte Christoph Otawa.

Einige Besucher hatten Glück und entdeckten den Planeten sofort, andere taten sich am kontrastarmen Taghimmel etwas schwerer, was der Begeisterung aber keinen Abbruch tat. „Hauptsache wir haben einmal durchgeschaut“, brachte es ein Mann auf den Punkt.

Ein weiterer Anziehungspunkt auf der Terrasse waren die selbst gebauten Dobson-Teleskope von Martin Brückner, die nicht nach einer Bauanleitung entstanden, sondern selbst entworfen sind. Das Spezielle: Sie sind so ausgelegt, dass man sie leicht zu verschiedenen Beobachtungspunkten mitnehmen kann. Mehrere 100 Stunden Bauzeit hat Brückner pro Teleskop benötigt.

Wen das Bestaunen der Himmelkörper hungrig gemacht hatte, der konnte seinen Magen mit verschiedenen Leckereien besänftigen und diese in der Herbstsonne auf der Terrasse genießen. „Die Sternwarte ist eine große Bereicherung“, so das Fazit von Gusti Huber aus Königsdorf. Für den Abend hatte der Verein bei gutem Wetter die erste Himmelführung geplant. (yvi)

Info 

Künftig ist die Isartalsternwarte regelmäßig zu öffentlichen Sternführungen geöffnet. Im Oktober mittwochs und freitags um 20 Uhr. Weitere Infos zu Stern- und Tageshimmelführungen und den Eintrittspreisen auf der Homepage des Vereins: www.isartalsternwarte.de.

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