Neue Medien werden Wahlkampf beeinflussen

Geretsried - Mit der Frage, wie sie junge Menschen dazu bewegen können, sich politisch zu engagieren, haben sich die Freien Wähler an ihrem Stammtisch beschäftigt.

Die Ortsvorsitzende Ellen Lutze würde sich die Gründung der Untergruppe Junge Freie Wähler (JFW) in Geretsried wünschen. „Eine Handvoll junger Leute oder zwei, das täte uns gut“, sagte sie am Donnerstagabend im Gasthaus Isarwinkel. Der Ebersberger JFW-Kreisvorsitzende Thomas Feuchter aus Grafing gab dem Ortsverband Tipps.

In Zukunft würden Wahlkämpfe stark über die Internet-Plattform Facebook stattfinden, prophezeite Feuchter. Wie stark die neuen Medien schon jetzt die Politik beeinflussten, hätten die Beispiele Guttenberg und Wulff gezeigt, ergänzte Stadtrat Dominik Irmer. Gegen den Ex-Bundespräsidenten sei „viel Stimmung“ im weltweiten Netz gemacht worden. Das hat Irmers Meinung nach Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrer Entscheidung, Wulff fallen zu lassen, beeinflusst.

Thomas Feuchtner veröffentlicht nach eigener Auskunft alle acht bis zehn Wochen eine Pressemitteilung auf Facebook. Die Themen müssten Jugendliche ansprechen, betonte er. Das Problem der Geretsrieder Freien Wähler ist, dass kaum einer von ihnen der täglich wachsenden Facebook-Gemeinde angehört. Drei von 20 anwesenden Mitgliedern hoben die Hand, als die Ortsvorsitzende Ellen Lutze fragte, wer angemeldet sei.

Ellen Lutze könnte sich vorstellen, dass man in der Stadt Geretsried ein Thema wie den von Jugendlichen gewünschten Dirt-Park in das Forum einstellt. Allerdings müsste das jemand übernehmen, „der sich auskennt“. Dominik Irmer befürwortete diese Idee. Selbst ältere Freie-Wähler-Mitglieder wie Franz Rudolf sprachen sich dafür aus, die modernen Kommunikationsmöglichkeiten zu nutzen. „Die jungen Leute kommen leider nicht zu uns oder wenden sich an die Stadträte, wenn sie ein Problem haben“, sagte Lutze. Beim Austausch per Internet sei die Hemmschwelle womöglich niedriger.

(tal)

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