Neue Partnerklasse

Geretsried/Bad Tölz – Es ist ein Schritt hin zu mehr Inklusion: Ab dem kommenden Schuljahr wird es in Geretsried erstmals eine so genannte Partnerklasse geben.

Das bedeutet: Eine Gruppe von neun Kindern mit besonderem Förderbedarf wird aus der Franz-Marc-Schule an die benachbarte Karl-Lederer-Grundschule ausgelagert. Förderschulrektor Martin Tiefenmoser stellte das Vorhaben am Montag im Bau- und Schulausschuss des Kreistags vor. „Die Lehrerin, der Lehrplan, die Schüler und die Möbel – alles zieht mit um an die 600 Meter entfernte Grundschule“, erklärte Tiefenmoser. Sinn der Sache: Die Kinder vom Sonderpädagogischen Zentrum, die laut dem Schulleiter einen „intensiven Förderbedarf“ haben, halten sich im Schulalltag in einer „ganz normalen“ Umgebung auf, sind in den Pausen, bei Ausflügen und Festen als selbstverständlicher Teil der Schulfamilie dabei. Zudem werden sie in Fächern wie Sport, Musik und Kunst auch gemeinsam mit den Karl-Lederer-Grundschülern unterrichtet. „Und das ist noch ausbaufähig“, sagte Tiefenmoser. Denkbar sei auch eine Zusammenarbeit in Form einer Unterrichtsschiene im Fach Mathematik. Von diesem Miteinander profitieren beide Seiten, und der Übergang von der Förder- in eine Regelklasse werde fließender. Für die Partnerschaft vorgesehen sind eine erste Klasse der Karl-Lederer-Schule sowie eine „1a“ der Franz-Marc-Schule – also Kinder, die im zweiten Jahr zur Schule gehen, für die der Grundschulstoff aber auf eine längere Zeit aufgeteilt wird. Während die Tölzer Von-Rothmund-Schule bereits Partnerklassen in Bad Heilbrunn, Benediktbeuern und Reichersbeuern unterhält, betritt die Franz-Marc-Schule mit dem zunächst auf zwei Jahre angelegten Projekt Neuland. „Das ist eine sehr gute Lösung, der man nur zustimmen kann“, sagte Landrat Josef Niedermaier. Der Bau- und Schulausschuss gab einstimmig sein Einverständnis.

Von Andreas Steppan

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