Tauernweg/Glocknerweg

Neue Pläne für eines der umstrittensten Bauvorhaben

Geretsried – Es war eines der umstrittensten Bauvorhaben in jüngster Zeit. Auf dem knapp 3800 Quadratmeter großen Eckgrundstück Tauernweg/Glocknerweg sollten in fünf Häusern 38 Wohnungen entstehen.

Jetzt ist alles anders: Der Bauträger Ten Brinke hat das Grundstück erworben. Er plant neun Reihenhäuser und drei Doppelhaushälften – in der Summe also nur noch 15 Wohneinheiten.

Die Anwohner dürften sich über diese Nachricht freuen. Sie gingen im Juli 2013 auf die Barrikaden, als der Bauausschuss des Stadtrats die ersten Pläne der Schöttl Lindmeier ImmoFit GbR (SLI) mehr oder weniger abnickte. Der Architekt Tom Ferster hatte die Anlage mit 38 Wohnungen entworfen. „Man muss doch nicht jeden Quadratzentimeter in Geretsried zubetonieren“, kritisierte damals Rolf Krautschneider, einer der Anwohner. 38 Wohnungen seien zu viel für ein Viertel, in dem rundherum nur Einfamilienhäuser stehen. Auch seien Tauern- und Glocknerweg zu schmal, um den zusätzlichen Verkehr noch aufzunehmen. Um ihren Protest zu unterstreichen, beriefen die Anwohner eine Versammlung ein und sammelten fast 80 Unterschriften.

Der Widerstand blieb nicht ohne Wirkung. Das Landratsamt als Genehmigungsbehörde überstimmte die Stadt und lehnte den Bauantrag ab – nicht wegen der verkehrlichen Situation, sondern wegen der Ausmaße des Vorhabens. Nach den Plänen wäre entlang des Tauernwegs eine 50 Meter lange Häuserfront entstanden. Als Konsequenz daraus speckten der Bauträger SLI und der Architekt Ferster ihre Pläne ab. Die Zahl der Häuser wurde von fünf auf vier, die der Wohnungen von 38 auf 29 reduziert. Im Februar dieses Jahres wurde das alte Gebäude auf dem Grundstück abgebrochen und die Baugrube für die neue Wohnanlage ausgehoben. Damals hieß es seitens des Bauträgers, von den 29 Wohnungen seien bereits 23 vergeben. Im Frühjahr 2015 sollte mit dem Bau begonnen werden.

Danach wurde es um das Vorhaben still. Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte jetzt der Geschäftsführer von Ten Brinke, Carlo Wentink, dass seine Firma das Grundstück erworben hat. Man sei bereits 2011 an dem Areal interessiert gewesen, damals hätten die Schöttl-Brüder das Vorhaben aber noch selbst durchziehen wollen. Im September haben sie nun doch verkauft. Laut Wentink plant Ten Brinke „eine weniger massive Bebauung“ mit neun Reihenhäusern und sechs Doppelhaushälften. Diese würden sich „besser in die umliegende Bebauung einfügen“. Nach Abschluss des Genehmigungsverfahren soll im Frühjahr der erste Spatenstich erfolgen. Nach Auskunft von Bauamtsleiter Jochen Sternkopf kann das Vorhaben auf dem Amtsweg genehmigt werden. Eine neuerliche Beratung im Bauausschuss ist nicht erforderlich. Sabine Schörner

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