Neue Runde für die Klassik

- VON ELKE SUMMER Wolfratshausen - Die Konzertreihe "Klassik Wolfratshausen" geht in die nächste Saison. Stadtverwaltung und Konzertverein Isartal (KVI) haben die Rahmenbedingungen für den Fortbestand des Veranstaltungszirkels in den vergangenen Wochen abgesteckt. KVI-Vorsitzender Dr. Christoph Kessler zeigte sich gestern "hoch erfreut, dass die Reihe mittelfristig weitergeführt wird". In Amtsleiter Franz Gehring habe man einen neuen und verständnisvollen Partner gefunden, der die Bemühungen des Vereins engagiert unterstütze.<BR>

<P>Wie viel Geld die Stadt Wolfratshausen in der neuen Spielzeit für die Klassikreihe aufwendet, haben die Partner hinter verschlossenen Türen ausgehandelt. Amtsleiter Gehring betonte aber, die Summe sei im Vergleich zu den Vorjahren reduziert worden. Der Konzertverein habe Sponsoren gefunden, die nach Angaben von KVI-Chef Kessler "annähernd 20 000 Euro beisteuern". Dennoch, so Gehring ergänzend, bleibe die Frage, "ob die Kosten dafürstehen und welche Beträge uns die Klassik in Zukunft wert ist". Der Amtsleiter betonte, die Investition in die Klassik sei nicht als Vereinszuschuss zu werten. "Die Stadt deckt vielmehr das Defizit ab, das bei derartigen Veranstaltungen entsteht." Obwohl einzelne Konzerte durchaus Einnahmen erbrächten, sei die Klassikreihe nie kostendeckend. "Deshalb kalkulieren wir einen Kostenrahmen, der bei Vertragsverhandlungen mit Künstlern zu berücksichtigen ist."<P>Nicht nur die Sponsorengelder, sondern auch die "neue Fokussierung in der Klassikreihe" haben nach Ansicht des KVI-Vorsitzenden Kessler zu einer Reduzierung der Kosten geführt. Beispielhaft nannte er das Bemühen, "die Zahl der Zusatzspieler auf beinahe Null zu reduzieren". Durch das Engagement des Bläsersprechers Franz Deutsch verfüge das Orchester nun über einen eigenen Bläsersatz, der fortan nicht mehr teuer von anderen Musikern übernommen werden müsse. Sechs Abo-Konzerte, zwei Sonderkonzerte und die Option auf eine Matinee junger Solisten stehen derzeit auf dem Programmzettel des Vereins (siehe Kasten). "Da auch Geretsried einbezogen, aber nicht vereinnahmt wird", so Kessler, verspreche man sich erhebliche Synergieeffekte: "Der Projektverbund führt zu deutlich erhöhten Besucherzahlen mit steigenden Einnahmen und einer Erhöhung des Kulturangebots in der Region."<P>Bei den Besucherzahlen spürt der Konzertverein den Wegfall der Loisachhalle. "Die Zahl der Abonnenten ist zurückgegangen, weil sie das gesellschaftliche Umfeld vermissen", sagte Kessler. Zwangläufig orientiert sich der Verein jetzt an alternativen Veranstaltungsräumen in Wolfratshausen, Geretsried und Umgebung. Die aktuelle Diskussion um die Halle kommentierte Kessler mit einem Zitat von Bundespräsident Johannes Rau: "Kultur ist eine Pflichtaufgabe."<P>

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