Ein neuer Hirte der Hirten

Egling - Die Pfarrer, Diakone, Räte, Mitarbeiter und Laien der katholischen Kirche im Dekanat Wolfratshausen haben einen neuen „Hirten“: Gerhard Beham, Pfarrer in Egling, wird am heutigen Freitag offiziell als neuer Dekan eingeführt.

Tatsächlich im Amt ist Beham schon seit August dieses Jahres: Mit einer Urkunde hatte Erzbischof Reinhard Marx als Oberhaupt der Erzdiözese München und Freising seine Wahl in der Dekanatssynode schon bestätigt. Nun folgt die zeremonielle Amtseinführung durch den Bischofsvikar der Seelsorgeregion Süd, Weihbischof Wolfgang Bischof. Beham tritt damit die Nachfolge von Pfarrer Herbert Zimmermann, Pfarrer in Icking, an, der aus Altersgründen bei der Wahl im Juli nicht mehr kandidierte. Zum Dekanat gehören die Pfarreien Aufkirchen, Baierbrunn, Degerndorf, Deining, Endlhausen, Geretsried, Heilige Familie und Maria Hilf, Großdingharting, Höhenrain, Hohenschäftlarn, Icking, Münsing, Percha, Schäftlarn, Thanning, Wangen, Wolfratshausen St. Andreas und St. Josef (Waldram).

Behams Dekanstellvertreter ist Pfarrer Martin Kirchbichler. Beide haben ihre Ämter nun für fünf Jahre inne. „Strukturell gesehen ist das Dekanat eine Seelsorge- und Verwaltungseinheit auf der mittleren Ebene einer Diözese“, erklärt Beham. „Man ist also Ansprechpartner und Bindeglied zwischen den einzelnen Pfarrgemeinden untereinander und zugleich auch das Bindeglied zwischen den Pfarreien und dem Bischof.“ Als Dekan habe er beratende Funktion, er fördere das gemeinsame Handeln und organisiere die regelmäßigen Treffen der Hauptamtlichen und Laien. „Inhaltlich wiederum geht es vorwiegend darum, den Glauben zu stärken und das Engagement für ihn zu fördern“, beschreibt er seine neuen Aufgaben. Im Auftrag des Bischofs führt er darüberhinaus neue Pfarrer in ihr Amt ein und kümmert sich um sie, wenn sie Betreuung bedürfen. Zudem wird es ihm obliegen, die neue Strukturreform zu begleiten. „Kurz, man ist der verlängerte Arm des Bischofs“, erklärte er.

Nach einigen Treffen mit seinem Amtsvorgänger Zimmermann ist sich Beham sicher, dass es ein harmonischer Übergang werden wird. „Abgesehen von der Strukturreform wird sich wenig ändern“, verspricht Beham. Vollkommen überraschend kam es für den 50-Jährigen übrigens nicht, dass sein Name bei der Wahl vorgeschlagen wurde: „Einige Pfarrer unseres Dekanats grenzen an den Ruhestand, andere wiederum sind noch nicht lange im Amt oder müssen ihr Amt erst noch antreten.“ Als Mehrbelastung empfindet er seine neue Aufgabe nicht: „Es verschiebt sich nur ein bisschen was, um die Termine alle unter einen Hut zu kriegen. Ich werde mich beispielsweise aus der Firmvorbereitung zurückziehen“.

Auf keinen Fall werde seine Pfarrgemeinde unter dem neuen Amt leiden: „Es ist mir enorm wichtig, die seelsorgerische Basisarbeit in meiner Pfarrei nicht zu vernachlässigen.“ Auch wenn Beham als Dekan nun so etwas wie ein „Hirte der Hirten“ ist, solche Herausstellungen will er nicht überstrapazieren: „Ich sehe mich nach wie vor lieber als primus inter pares, als Erster unter Gleichen, und das kollegiale Miteinander im Dekanat wird mir eine Herzensangelegenheit sein“. (cjk)

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