Neunjährige erkrankt an Meningitis

- Schüler und Lehrer untersucht

VON MAXIMILIAN CZYSZ Bad Tölz-Wolfratshausen - Ein neunjähriges Mädchen, das die Unterstufe der Tölzer Förderschule besucht, ist am Wochenende an Hirnhautentzündung (Meningokokken-Meningitis) erkrankt. Das Gesundheitsamt und die Schule versuchten gestern, die 180 Schüler und Lehrkräfte zu informieren, die am Freitag Kontakt mit dem Mädchen gehabt haben könnten. Gesundheitsamtschef Dr. Franz Hartmann: "Wir sollten nicht in Panik verfallen, aber wir müssen auf der Hut sein." Die Krankheit wurde vermutlich über die so genannte Tröpfcheninfektion übertragen.

"Besonders gefährdet sind Personen, die in den letzten zehn Tagen mit dem Mädchen zusammenkamen, und bei denen eine Immunschwäche vorliegt oder die derzeit einen Infekt haben", sagte Dr. Hartmann. "Das Alter spielt dabei keine Rolle", erklärte Dr. Wilfried Rothenberger von der Asklepios-Stadtklinik. Jeder, der mit dem Mädchen Kontakt hatte, solle sich sofort an den Hausarzt oder die Stadtklinik wenden, da die Hirnhautentzündung bei Erkrankten lebensgefährlich sein kann. "Wir müssen kühlen Kopf bewahren", sagte gestern Schulleiter Klaus Haubner, der wie die Mitarbeiter des Gesundheitsamts versuchte, Eltern und Lehrer telefonisch zu verständigen. Auch im Radio wurde darauf hingewiesen.

Die Nachricht von der Meningitis kam am Vormittag von der Haunerschen Kinderklinik der Universität München, wo die neunjährige Unterstufenschülerin nach einer Untersuchung im Krankenhaus Agatharied tags zuvor eingeliefert worden war: "Es besteht der hochgradige Verdacht, dass es sich um ansteckende Hirnhautentzündung handelt", wurde Hartmann mitgeteilt.

Wie es zur Ansteckung kam und um welchen Typ der Meningokokken-Meningitis es sich handelt, ist unbekannt. Den Zustand des Mädchens beschrieb Dr. Hartmann gestern am frühen Abend als ernst. Sie ist "sehr schwer krank".

Handelt es sich um einen Einzelfall? Im Landkreis treten Fälle der bakteriellen Hirnhautentzündung "sporadisch" und besonders in der kalten Jahreszeit auf, erklärte Hartmann. Die Regel seien jährlich ein bis fünf Fälle unter 100 000 Einwohnern.

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