Was nicht in den Plänen steht, wird abgemessen

- Verbesserungsbeitrag: Vorarbeiten

80 Prozent der Baukosten könne man auf die Besitzer der bestehenden Wasseranschlüsse umlegen, hofft der Kaufmännische Stadtwerkeleiter Harald Dörig. Das sind rund 1,2 Millionen Euro. Wie hoch der einmalige Beitrag für jeden Hausbesitzer ausfällt, hängt von der Größe seiner jeweiligen Geschoss- und Grundstücksflächen ab. Dörig rechnet mit zehn bis zwölf Cent pro Quadratmeter Grundstücksfläche und mit 35 Cent pro Quadratmeter Geschossfläche.<P>Doch nicht für jedes Grundstück reicht das Blättern in den Bauplänen aus. In der Stadtverwaltung lagern nämlich erst die Unterlagen ab 1970. "Die früheren müssten wir im Staatsarchiv einsehen", sagt Dörig. Da das zu viel Aufwand wäre, vermessen die vier Fachkräfte ältere Gebäude vor Ort. Jeder betroffene Hausbesitzer werde angeschrieben, berichtet Dörig. Dann wird ein Termin vereinbart. "Unsere Mitarbeiter sind flexibel und wären auch bereit, abends vorbeizukommen", sagt der Stadtwerkeleiter. Eines ist ihm ganz wichtig: "Wir sind nicht die Baupolizei." Schwarz gebaute Wintergärten oder andere ungenehmigte Anbauten würden nicht weitergemeldet. Grundstückseigentümer können ihre Anwesen aber auch selbst vermessen. Dazu haben die Stadtwerke eigens ein Formblatt entworfen. Darauf ist genau aufgelistet, welche Maße benötigt werden.<P>Rund 300 000 Euro sind für die Erhebung der Daten veranschlagt. "Wie es aussieht, brauchen wir die Summe aber gar nicht", sagt Dörig. Die gesammelten Zahlen dienen nicht nur als Bemessungsgrundlage für den Verbesserungsbeitrag, sondern auch als Basis für andere Beitragskalkulationen. Auch im Baurecht könnten sie Verwendung finden - beispielsweise wenn es keinen Bebauungsplan gibt und der Paragraf 34 auf einem freien Grundstück greift. In diesem Fall gibt die Größe der benachbarten Häuser vor, was auf der freien Fläche gebaut werden darf. Dörig: "Das setzt aber voraus, dass ich genau weiß, wie die umliegende Bebauung aussieht."<P>

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