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Die Ölpreise sind so günstig wie lange nicht: Das wirkt sich vor allem auf die Benzinpreise aus. 

Sprit- und Heizölpreise

„Niedrigster Preis seit 2008“

Bad Tölz-Wolfratshausen – Der Verbraucher jubelt. Die Ölpreise sind günstig wie lange nicht. Der Autofahrer merkt das an der Zapfsäule. Auch wer sein Haus mit Öl heizt, schont derzeit den Geldbeutel. Lokale Unternehmen nehmen die historischen niedrigen Werte ebenfalls zur Kenntnis. Aber nicht alle freuen sich.

Vorteile für alle Seiten: So sieht Gerhard Kellerer, Geschäftsleiter der Gemeinschaft von Mineralölhändlern Agip, die derzeitige Situation. „Der Kunde freut sich über das günstige Heizöl und die Ölbranche ist in Energiefragen wieder der klare Marktführer.“ Momentan zahlt der Verbraucher zum Heizen eines Einfamilienhauses im Schnitt etwa 49 Cent pro Liter. „Das ist der niedrigste Preis seit 2008“, sagt der Deininger.

Einen Boom verzeichne er zwar nicht, „aber es gibt viele Kunden, die ihre Tanks jetzt schon füllen. Insgesamt ist die Nachfrage größer als sonst.“ Dass das verfügbare Öl knapp wird, befürchten die Händler nicht. „Es ist genug für alle da“, sagt Kellerer. Schließlich sei der Preis nur deshalb so günstig, weil auf dem Weltmarkt ein gewaltiges Überangebot bestünde. „Von einer Knappheit ist weit und breit nichts zu sehen.“

Was Ölhändler jubeln lässt, sorgt bei Peter Fischhaber für Skepsis. „Für die Umwelt ist dieses Dumping schlimm“, sagt der Heizungsbauer. „Es gibt inzwischen sehr viele Möglichkeiten zu heizen, bei denen keine fossilen Brennstoffe benötigt werden.“ Fischhaber legt bei seinen Kunden bereits seit mehreren Jahren keine Ölheizungen mehr an. „Stattdessen werden Pelletsanlagen oder Wärmepumpen häufig nachgefragt.“ Beides seien umweltverträglichere Optionen. Einen langfristigen Rückgang von ökologischen Heizungsanlagen befürchtet der Experte nicht. Zwar locke das historisch günstige Öl einige Kunden, „aber das Preisniveau wird ja nicht ewig so tief bleiben.“ Außerdem böten auch Pellets und Wärmepumpen finanzielle Anreize. Denn für den Umstieg von Ölheizungen zu ökologischen Alternativen gibt es staatliche Fördermittel.

Das Öl-Überangebot schont auch den Geldbeutel der Autofahrer. „Der Liter Diesel kostet knapp einen Euro“, berichtet Helena Schwägerl-Sevy. In der vergangenen Woche sei die Ein-Euro-Grenze mehrfach unterboten worden. Die Geschäftsführerin der gleichnamigen Freien Tankstelle an der Böhmerwaldstraße in Geretsried kann sich nicht erinnern, wann der Sprit zuletzt so billig war: „Das ist auf jeden Fall einige Jahre her.“ Die Preise, sagt sie, könnten sich aber stündlich wieder ändern.

Besonders einen Trend bemerkt Sevy-Schwägerl: „In den Abendstunden kostet das Benzin teilweise bis zu 20 Cent mehr als untertags.“ Am Kaufverhalten der Kunden registriert die Besitzerin durch die gesunkenen Preise noch wenige Veränderungen. „Es kam noch keiner, der sich kanisterweise eingedeckt hat.“ Allerdings sei die Zahl der Volltanker in den letzten Tagen spürbar gestiegen. „Schließlich wissen die Kunden nicht, wie lange der Sprit so billig bleibt.“

Außer am Zapfhahn spürt der Verbraucher jedoch kaum Auswirkungen des günstigen Sprits. Ein Mitglied der Geschäftsführung des Regionalverkehr Oberbayern (RVO) sagt: „Nachdem wir keinen höheren Einzelpreis für Fahrten verlangt haben, als das Benzin teurer war, können wir das Angebot jetzt auch nicht verbilligen.“ Für den Umkreis von Wolfratshausen bezieht das Busunternehmen alle vier bis sechs Wochen eine Menge von 30 000 Litern Benzin. „Wir zahlen daher einen Großabnehmerpreis.“ Dieser sei zwar auch den Tendenzen des Weltmarkts unterworfen, „jedoch in einem deutlich kleineren Maße als der Preis an der Zapfsäule“.

Ähnliches berichtet Michael Sittenauer, Geschäftsführer des gleichnamigen Busunternehmens. „Wir sind an langfristige Verträge gebunden“, sagt der Unternehmer. Daher sei es nicht möglich, das Angebot an den Benzinpreis anzupassen. Dass der Sprit derzeit günstig zu erwerben ist, kommt dem Dietramszeller aber natürlich sehr gelegen: „Wir müssten eigentlich seit Jahren einen höheren Preis verlangen, da das Benzin so teuer war.“

Dominik Stallein

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