Das hat Seltenheitswert: In Geretsried wird um den Maibaium auch griechischer Sirtaki getanzt. Foto: Hermsdorf

Noch ein bisschen bunter als sonst

Geretsried - Jetzt steht er wieder für einen Monat: der Maibaum der Egerländer Gmoi. Multikulturell wie immer wurde gestern im Stadtzentrum gefeiert.

„Geretsried ist bunt“, eröffnete Roland Hammerschmied die Maifeier auf dem Karl-Lederer-Platz. Damit meinte er nicht nur die vielen farbenfrohen Trachten auf der Bühne, sondern vor allem das multikulturelle Miteinander der verschiedenen Landsmannschaften. Jede Gruppe hat ihre Besonderheiten: So sind für die Ungarndeutschen „Klatschspiele“ mit den Händen typisch. Die Egerländer hatten viele Polka-Elemente in ihren Tänzen, und die Russen bewegten sich anmutig zu einer leicht melancholischen Melodie.

Der Geretsrieder Maibaum dürfte auch so ziemlich der einzige in Bayern sein, der mit griechischem Sirtaki umtanzt wird. Doch auch einen zünftigen Schuhplattler bekam das Publikum präsentiert, nämlich von den „g’standenen Mannaleit der Lindbergler aus Vogtareuth“, wie Hammerschmied die Truppe ankündigte. Die Lindbergler sind der Patenverein der Deutschen aus Ungarn und waren extra aus dem Inntal angereist.

Bürgermeisterin Cornelia Irmer dankte den Veranstaltern für deren Arbeit, die bereits um 5.30 Uhr in der Früh angefangen hatte. Um diese Zeit waren etwa zehn kräftige Männer unter der Leitung von Helmut Hahn in den Stadtwald aufgebrochen, um eine tags zuvor ausgewählte Fichte umzusägen. Noch vor Ort wurde sie geschäpst, also entrindet, und anschließend mit dem Bulldog zum Karl-Lederer-Platz gefahren, wo sie die Egerländer traditionell mit Scherstangen aufrichteten.

(tal)

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