"Ohne Akzeptanz geht`s nicht"

- CSU kritisiert Reform-Eifer der CSU

<P>Am Abend der Landtagswahl hatte unter den Mitgliedern noch eitel Freunde geherrscht, denn mit fast 72 Prozent CSU-Wählern war das Ergebnis für die Partei "traditionell gut", freute sich im Rückblick der Ortsvorsitzende Stephan Ailler. Doch dann habe die Entwicklung nach der Wahl bei vielen Wählern Zweifel aufkommen lassen, ob die CSU in ihrem Reform-Eifer nicht den Boden unter den Füßen verliert. "Weniger wäre hier mehr gewesen, denn ohne Akzeptanz in der Bevölkerung geht`s nicht", meinte der Ortsvorsitzende. Sein Kollege auf Kreisebene, Martin Bachhuber, stimmte ihm zu: Stoibers Sparprogramm habe "sehr hohe Wellen geschlagen, die bis heute nicht abgeebbt sind".<P>Der CSU-Kreisvorsitzende und stellvertretende Landrat bemängelte die schon verfügten und noch zu erwartenden Einschränkungen im kommunalen Bereich, wie er sie "in 20 Jahren kommunaler Tätigkeit noch nicht mitgemacht" habe. Landkreise und Gemeinden hätten dadurch keinerlei Gestaltungsmöglichkeiten mehr, und dies werde man dem Ministerpräsidenten auch deutlich sagen, kündigte Bachhuber an. Denn schließlich sei Stoiber auch hiesiger Stimmkreis-Abgeordneter.<P>In seinem rund einstündigen Referat spannte der Kreisvorsitzende einen weiten Bogen von Themen wie Tölzer Flint-Höhe und FFH-Ärger über die geplante bayerische Verwaltungsreform bis zur Wirtschafts- und Sozialpolitik des Bundes. Er stellte unter anderem fest, dass er bei Aussagen zu den aktuellen Themen die Einheit von CDU und CSU vermisse.<P>Keinerlei derartige Probleme gibt es dagegen offenbar zwischen Kreis- und Dietramszeller Ortsverband. Hier lobte Bachhuber ausdrücklich den neuen Ortsvorsitzenden Stephan Ailler für die gute Zusammenarbeit. Auch innerhalb des Ortsverbandes lief im vergangenen Jahr alles rund. Lediglich mehr Mitwirkung seiner Fraktionskollegen im Gemeinderat an Veranstaltungen der Partei würde Ailler sich manchmal wünschen.<P>

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