70 bis 100 KZ-Häftlinge waren in einem Waggon eingepfercht. Rund 3600 transportierte der Todeszug, der aus 45 Waggons bestand und über einen Kilometer lang war. Foto: red

Ohne Luft, ohne Wasser, ohne Nahrung

Icking - Die Wanderausstellung „Der Todeszug Mühldorf – Seeshaupt – Tutzing“ ist ab 8. Februar im Rathaus Icking zu sehen

Geschichte erlebbar machen, um sie in ihrer ganzen Dimension begreifen zu können und nicht zu verdrängen, geht nur über persönlichen Bezug. Auch Dorfen und Icking waren einst Stationen eines Todesmarsches, an den Mahnmale erinnern. Doch wenigstens ansatzweise nachvollziehbar wird dieses Grauen nun durch die Wanderausstellung „Der Todeszug Mühldorf-Seeshaupt-Tutzing“, die am Donnerstag im Gymnasium Icking eröffnet wurde und ab 8. Februar im Rathaus zu sehen ist. Recherchiert und konzipiert wurde sie von Schülern aus Markt Schwaben, darunter auch Thomas Dengl. Dem Abiturienten wurdeim Gespräch mit Zeitzeugen ein dunkles Kapitel des Zweiten Weltkrieges sehr nahe gebracht. „Der Krieg und seine Gräuel wie etwa der Todeszug, er ist nicht weit weg, er war hier, bei uns vor Ort“, so seine Erkenntnis.

Zwischen dem 25. und 30. April sollte dieser Todeszug rund 3600, meist jüdische-KZ-Häftlinge aus dem Dachauer Außenlager Mühldorf Richtung Tirol bringen, wurde in Tutzing und Seeshaupt aber von US-amerikanischen Truppen befreit. Sechs Schautafeln zeigen nun Bilder von Häftlingen und der Eisenbahnroute, Interviews mit Zeitzeugen, Presseartikel und Archivmaterial. Jede Tafel beschäftigt sich chronologisch mit einer Haltesstelle des Häftlingstransports. Jeweils drei Schüler haben zu einer Tafel recherchiert und eine Begleitbroschüre erstellt. Zudem hatten die Schüler ihr Archivmaterial und ihre Zeitzeugenberichte, unter ihnen auch Max Mannheimer, in eine szenische Lesung gefasst. Schüler der 11. Klasse des Ickinger Gymnasiums trugen diese zur Ausstellungseröffnung vor.

Die Ausstellung „Der Todeszug Mühldorf – Seeshaupt – Tutzing“ kann vom 8. bis 17. Februar im Rathaus Icking besucht werden. Geöffnet ist montags bis freitags zu den üblichen Geschäftszeiten. (cjk)

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