Dr. Michael TrautnitzChefarzt der Internistischen Abteilung. foto: red
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Dr. Michael Trautnitz, Chefarzt der Internistischen Abteilung.

„Ohne den Verein wäre vieles nicht möglich gewesen“

Wolfratshausen – Der Verein der Freunde der Kreisklinik Wolfratshausen ist ein wichtiges Rückgrat der Einrichtung am Moosbauerweg. Das wurde einmal mehr bei der Hauptversammlung des Vereins deutlich, bei der eine erfolgreiche Bilanz des vergangenen Jahres gezogen wurde.

So konnten 2013 durch Spenden wieder viele Projekte angestoßen werden. Es wurden Weiterbildungen in den Bereichen Palliativ und Demenz finanziert sowie Maßnahmen in der Schmerztherapie, die von der Krankenkasse nicht gedeckt worden wären. Erst vor kurzem wurden wieder neue Geräte gekauft, die ohne die finanzielle Unterstützung des Vereins der Freunde der Kreisklinik nicht hätten angeschafft werden können.

Bei der Hauptversammlung wurden die drei neuen Mobilisierungsgeräte vorgestellt, die künftig vor allem auf der Palliativstation eingesetzt werden sollen. Sonja Müller, Leiterin der Physikalischen Therapie, zeigte den rund 30 Anwesenden, wie beispielsweise mit dem Motomed die Beine und Arme der Patienten in Bewegung gebracht werden. Bürgermeister Klaus Heilinglechner stellte sich gerne als Testperson zur Verfügung und legte sich ins bereitgestellte Bett.

Müller hob beide Beine in die Schlingen des Gerätes, schnallte sie fest und startete das automatische Beintraining. „Diese Übungen sind ideal für ruhig gestellte oder komatöse Patienten, die selbst nicht aktiv mithelfen können. Es erleichtert die Arbeit der Pflegekräfte enorm“, erklärte die Leiterin der Physikalischen Therapie.

Auch ein Bett für die Palliativstation wurde für rund 5300 Euro gekauft. Das Besondere daran: Es lässt sich zu einem stabilen Sitz umfunktionieren. Wie das ohne großen Aufwand zu bewerkstelligen ist, demonstrierte Gabriele Maschenski, Krankenschwester und Leiterin der Palliativstation, per Knopfdruck. „Wir wollen unseren Patienten das Leben so gut wie möglich machen. Viele haben Angst und wollen aus dem Bett raus“, erklärte sie. Das allerdings ist für Pfleger und Angehörige meist mit einer enormen Kraftanstrengung verbunden.

Das neue Bett kann so umfunktioniert werden, dass die Liegefläche zu zwei Sitzflächen wird und sich Patient und Besuch bequem und stabil gegenüber sitzen können. Daher rührt auch der Name des Bettes: „Vis-à-vis“. Zusätzlich konnten durch die finanzielle Hilfe der Freunde der Kreisklinik zwei Mobilisierungsstühle für je 1700 Euro gekauft werden.

Chefarzt der Internistischen Abteilung, Dr. Michael Trautnitz, dankte dem Verein für die langjährige Unterstützung. „Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten nehmen mit wachsendem Erstaunen zur Kenntnis, was bereits alles umgesetzt wurde“, sagte der Mediziner und betonte, dass es „ein wohltuendes Gefühl“ auslöse, ein Gegenüber zu haben, das sich fürsorglich einsetze. „Ohne den Verein wäre vieles nicht möglich gewesen.“ Seine engagierten Mitglieder würden nicht nur reden, sondern konkret handeln. Deswegen könne diese „mühevolle und ehrenamtliche Tätigkeit“ gar nicht hoch genug geschätzt werden.

Auch Landrat Josef Niedermaier lobte den Einsatz des Vereins. „Wenn eine Klinik solche Freunde hat, geht’s ihr besser“, sagte er und forderte wiederholt dazu auf, die Dienste der Klinik auch zu nutzen. Sie biete eine „exquisite Ärzteschaft und eine gute Mannschaft in der Pflege“.

Dass man an der Kreisklinik Wolfratshausen zuversichtlich in die Zukunft schauen könne, betonte Geschäftsführer Hubertus Hollmann. Zwar jage eine Reform die nächste und man stehe bereits vor der nächsten Qualitätsoffensive. Doch Hollmann ist überzeugt, dass die Klinik auch hier wieder mithalten wird. So wie in der Vergangenheit. (njd)

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