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„Wolfratshausen hat mir viel Gutes getan. Jetzt will ich etwas zurückgeben“: Ramazan Ünsal, Chef des Kebap-Hauses Pamukkale, möchte das alte Krankenhausgebäude (im Hintergrund) in Erbpacht übernehmen und sanieren.

Altes Krankenhausgebäude

Pamukkale-Boss will Denkmal sanieren

Wolfratshausen - Ins Tauziehen um das alte Krankenhaus an der Sauerlacher Straße in Wolfratshausen kommt neuer Schwung. Ramazan Ünsal, Chef des Kebap-Hauses Pamukkale, will Gebäude und Grund in Erbpacht übernehmen und denkmalgerecht sanieren. „Ich möchte das nicht für mich tun“, sagt er. „Sondern für die Stadt Wolfratshausen.“

Ünsal ist in Sachen Bauen und Sanieren kein Unbekannter. Im vergangenen Jahr erst hat er im Untermarkt das Gebäude herrichten lassen, in dem einst Blumen Holzer war. Vor etwas längerer Zeit ließ er ein Haus am Schwankl-Eck renovieren. Dass der Gastronom sich jetzt an das alte Krankenhaus wagt, kommt dennoch für viele überraschend. Für Ünsal scheint es eine Herzensangelegenheit zu sein. „Ich will auf gar keinen Fall, dass dieses alte, traditionsreiche Gebäude zugebaut wird“, sagt Ünsal. „Ich möchte, dass es neu erblüht und wieder ein richtiges kleines Schmuckstück wird.“

Der Biedermeier-Bau steht seit 1982 auf der Denkmalliste. Weil jedoch eine gültige, vom Tölzer Landratsamt erteilte Abbruchgenehmigung existiert, hatten sich unter anderem Denkmalschützer immer wieder für den Erhalt des Gebäudes stark gemacht. Die Kommunalpolitiker waren da weniger zimperlich. Lange Zeit sah es so aus, als wäre das Gebäude nicht zu retten. Inzwischen haben sich die Vorzeichen geändert. Die Abbruchgenehmigung läuft Ende März aus und wird nach Angaben der Stadtverwaltung nicht verlängert. Die Gefahr, dass das alte Krankenhaus, ein Opfer der Abrissbirne wird, scheint also gebannt.

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Die Wahrscheinlichkeit, dass das Haus nicht auf immer und ewig so alleine und exponiert auf dem Grundstück steht wie jetzt, ist seit Mittwoch dagegen ein bisschen größer geworden. Der Bauausschuschuss hat nämlich eine Änderung des Bebauungsplans auf den Weg gebracht und einen Passus beseitigt, der den Stadträten fraktionsübergreifend Bauchschmerzen bereitet hatte. Statt der im rechtsgültigen Bebauungsplan vorgesehenen zwingenden Vorgabe von vier und fünf Geschossen darf ein potenzieller Bauherr künftig maximal vier Geschosse bauen. Die bisherige Festsetzung erschien vielen zu massiv – weswegen im Frühjahr 2012 ein Kaufinteressent einen Korb bekam. Mit der jetzigen Regelung – die Entscheidung fiel einstimmig – können offensichtlich alle Räte leben. Außerdem wird das Gebäude jetzt auch im Bebauungsplan als Denkmal dargestellt.

Ramazan Ünsal, dessen Imbiss ganz in der Nähe des alten Krankenhauses an der Bahnschranke liegt, war vor einigen Wochen im Gebäude und hat den dort lebenden Bedürftigen Döner spendiert. „Ich habe mir das Haus angeschaut und festgestellt: Es gibt keine Heizung und keinen Strom, es schaut schrecklich aus.“ Zusammen mit Architekt Klaus-Peter Scharf überlegte er, wie man das Gebäude sanieren könnte. Ünsal übermittelte seine Ideen schriftlich an die Stadtverwaltung – wo sie laut Bürgermeister Helmut Forster jedoch nie angekommen sind. Weil er keine Antwort aus dem Rathaus erhielt, wandte sich Ünsal an die SPD-Räte Fritz Schnaller und Roswitha Beyer. Letztere überreichte das Schreiben des Türken am Mittwochabend in der Bauausschuss-Sitzung an den Rathauschef. Verbunden mit der Bitte, sich mit Ünsal in Verbindung zu setzen. „Ich bin begeistert“, sagte Beyer. „Es wäre toll, wenn das etwas wird.“

Ünsal betont im Gespräch mit unserer Zeitung, dass er das Haus nicht verändern, sondern innen wie außen sanieren möchte – in enger Zusammenarbeit mit den Denkmalschutzbehörden. Die Wohnungen will er modernisieren und zu sozialverträglichen Mieten anbieten. Geht es nach Ünsal, können die jetzigen Bewohner weiter dort leben, wenn möglich auch während der Renovierung. Das restliche Grundstück werde er definitiv nicht bebauen. „Ich will kein Geld machen“, beteuert Ünsal. „Wolfratshausen hat mir viel Gutes getan. Jetzt will ich etwas zurückgeben.“

Bürgermeister Helmut Forster zeigt sich der Offerte gegenüber offen. Er werde Ünsal anrufen und mit ihm einen Gesprächstermin vereinbaren, sagte er auf Nachfrage unserer Redaktion. Der Ausgang sei völlig offen. „Wenn jemand helfen will, dann muss man sich das anhören.“

Frederik Lang

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