Mann sticht mehrere Menschen in Finnland nieder

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Vision oder Wahnwitz? Das von CSU-Stadtrat Alfred Fraas konzipierte Parkbrücken-Bauwerk (li.) polarisiert. 

Parkplatzdebatte in der Loisachstadt

Fraas plant weiter: Vision oder Wahnwitz?

Der Vorschlag von CSU-Stadtrat Alfred Fraas, eine Parkbrücke über die Loisach zu schlagen, hat eine kontroverse Debatte ausgelöst. Fraas nimmt die Kritik an seiner Idee sportlich – und arbeitet bereits an einer modifizierten Planung.

Wolfratshausen – Platz für knapp 270 Pkw auf einer viergeschossigen Parkbrücke zwischen Sebastianisteg und Andreasbrücke: Fraas Vorstoß kam auch bei einigen seiner Parteifreunde nicht gut an. „Das Bauwerk würde Wolfratshausens Optik kaputtmachen“, urteilt der ehemalige CSU-Vorsitzende Armin Drexl. Der „Verein Lebendige Altstadt Wolfratshausen“ (LAW) hält den Vorschlag für einen Scherz: „Bewirbt sich Herr Fraas damit um den Orden wider den tierischen Ernst?“, fragt sich der LAW-Vorsitzende Hans-Werner Kuhlmann. „Nein“, antwortet Fraas im Gespräch mit unserer Zeitung. „Aber wenn mir die LAW diesen Orden überreichen will, kann der Verein das gerne tun.“

Fraas ist von der Kritik nicht überrascht

Dass seine Pläne nicht von jedem positiv aufgenommen würden, „war mir im Vorfeld schon klar“, beteuert der Kulturreferent des Stadtrates. Die Parkbrücke als Faschingsscherz darzustellen, „schießt aber über das Ziel hinaus“. Überrascht über die teilweise „sehr emotionale“ Kritik ist Fraas nicht. „Ich habe eine Idee präsentiert, über die wir jetzt diskutieren können“, stellt er klar. Die Parkbrücke über die Loisach sei „lediglich eine Möglichkeit unter mehreren, die wir miteinander abwägen sollten“.

Kritiker sollten sich „erst mal Gedanken darüber machen“

In der Schublade verschwinden lässt er das Konzept trotz des heftigen Gegenwinds nicht: „Diese öffentliche Diskussion ist notwendig, um am Schluss zu einer Lösung zu kommen.“ Und wenn sich keine Mehrheit für sein Projekt findet? „Dann ist das auch in Ordnung. Es geht mir ja nicht darum, meine Idee auf Biegen und Brechen durchzusetzen.“ Der Software-Entwickler wünscht sich jedoch, „dass sich die Leute, die das bewerten, erst mal Gedanken darüber machen und nicht bloß aus dem Bauch heraus ablehnen oder zustimmen“. Außerdem habe er nicht nur negative Resonanz bekommen. „Ich habe in einigen Gesprächen auch Zuspruch und Lob für die Pläne erfahren. Es gibt also durchaus mehrere Meinungen.“

Das Problem ist die Optik

Das Gros der Kritiker stößt sich laut Fraas offenbar an der Optik der des Bauwerks: „Der entscheidende Punkt ist die Gestaltung“, sagt der CSU-Stadtrat. Er sei nach wie vor davon überzeugt, dass man die Parkbrücke optisch ansprechend gestalten könnte. Fraas verrät, dass er bereits an kleineren Alternativen arbeitet. Zum Beispiel an einer Brückenkonstruktion, die die dem hölzernen Sebastianisteg zwischen Rathaus und Loisachhallen-Parkplatz ähnelt. Stadtrat Fraas versichert: „Wenn wir etwas bauen, dann muss es zur Optik der Stadt passen.“

Von Dominik Stallein

Lesen Sie auch:
– Neuer Vorschlag in der Parkplatzdebatte: Eine Parkbrücke über der Loisach

– Diskussion geht weiter: Parkbrücke „wäre kommunalpolitischer Selbstmord“

– Machbarkeit infrage gestellt: Das sagen Experten zu einer Parkbrücke über der Loisach

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