"Persönlicher Rachefeldzug"

- CSU-Flugblatt: Brauerei-Geschäftsführer vermutet "Kampagne"

VON SANDRA SEDLMAIER Wolfratshausen - Josef Schumacher gibt sich gelassen. Der Geschäftsführer des Hofbräuhauses Traunstein lässt sich von den Plänen der Wolfratshauser CSU, den Inhalt der Verträge über die Verpachtung der Loisachhalle öffentlich zu diskutieren, nicht beeindrucken. Hinter dem Flugblatt, mit dem die CSU für ihre Veranstaltung am Donnerstag, 4. März (20 Uhr, Gasthaus zur Post in Waldram) wirbt, vermutet er allerdings eine "Kampagne".

"Jemand führt unter dem Mantel des CSU-Ortsverbandes einen persönlichen Rachefeldzug." Er denkt an den CSU-Fraktionschef im Wolfratshauser Stadtrat, Dr. Manfred Fleischer, der gegen die Verbindung der Stadt mit der Brauerei gestimmt hatte. Fleischer war gestern bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Die CSU-Veranstaltung "Loisachhalle - ja! Finanzpolitische Geisterfahrerei zu Lasten der Stadt Wolfratshausen - nein!", das die Partei in ihrem gelben Flugblatt "Stadtgespräch" bewirbt, hält Schumacher für ein "Stadtgespräch, das von einzelnen geführt wird", sagte er gestern am Telefon. Er trage üblicherweise nicht den Zylinder, den ihm die CSU in dem Flugblatt andichte. Es mache ihm aber nichts aus, wenn über Vertragsinhalte diskutiert werde. "Wir haben nichts zu verbergen. Aber wir bewegen uns beim Erbpachtzins auch nicht." Gleichzeitig unterstrich er das Interesse an der Loisachhalle.

"Luxuswirtshaus - das verletzt uns"

Eine Sache stört den Traunsteiner allerdings. Die CSU schreibt plakativ: "Loisachhalle mit Vereinsraum statt Luxuswirtschaft mit Halle." Ein Slogan, der Schumacher nicht kalt lässt: "Luxuswirtschaft - das verletzt uns." Seiner Meinung nach steckt Fleischer hinter der Formulierung. "Er war damals der Wortführer im Stadtrat", erinnert sich der Brauerei-Geschäftsführer. "Er hatte keine Argumente, nur viele verbale Allgemeinplätze. Für mich ist sowieso keiner glaubwürdig, der ein grüner Landtagsabgeordneter war und jetzt ein schwarzer Stadtrat ist."

Fleischer sei nicht der Ansprechpartner der Traunsteiner Brauerei, betont Schumacher. "Bisher haben wir seriös mit dem Bürgermeister und der Projektgruppe Loisachhalle verhandelt." Auf die "niedere Polemik eines Flugblattes" wolle er sich nicht herablassen. Dass die Rettung der Loisachhalle von den Wolfratshausern gewünscht wird, davon ist der Geschäftsführer überzeugt: "Ich habe noch den Beifall der Bürger im Ohr, die bei der Sitzung im November dabei waren."

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