Piloten auf dem Weg nach Nevada

- Königsdorfer beim Hilton-Cup

Königsdorf - Der weltweit größte Segelflugwettbewerb ist der Baron-Hilton-Cup, genannt nach dem Initiator, dem amerikanischen Hotelmagnaten Baron Hilton. Mehrere tausend Segelflieger haben in den vergangenen 22 Jahren an diesem Wettbewerb teilgenommen. Um die Goldmedaille zu gewinnen, die mit einer Einladung zu einem einwöchigen Segelflug-Aufenthalt auf der Flying M-Ranch in Nevada, einem der besten Reviere der Welt verbunden ist, muss man in der jeweiligen Flugzeugklasse die weiteste Dreiecksstrecke zurücklegen.

Der Wertungszeitraum beträgt zwei Jahre, gewertet wird weltweit in fünf Regionen. Für die Region Europa fand am vergangenen Samstag in München im Lenbachhaus die Siegerehrung für den Baron-Hilton-Cup 2002/2003 statt. In den fünf Wertungsklassen sprangen nicht weniger als vier Medaillen für Piloten des Königsdorfer Segelflugzentrums heraus. In der Doppelsitzerklasse gab es sogar einen Doppelerfolg. Das Team Armin Behrendt/Gerhard Altnöder kam hier auf die exakt gleiche Wertungsstrecke von 868 Kilometern wie Mathias Schunk/Thomas Hartwig. Lediglich die 18 Sekunden frühere Landung von Behrendt/Altnöder gab hier den Ausschlag für die Gold- und die Silbermedaille.

Seine zweite Silbermedaille holte sich Mathias Schunk mit einem Flug über 903 Kilometer in der Standardklasse. Gerade einmal fünf Kilometer weiter flog Kai Lindenberg aus Mannheim, der allerdings von der zu überbietenden Leistung des 38-Jährigen gewusst und daher seinen Flug von vornherein dementsprechend ausgelegt hatte. Das Flugticket nach Nevada löste Schunk schließlich in der Clubklasse. Hier gab er mit einem Flug über 831 Kilometer Joachim Krais aus Blaubeuren (823 Kilometer) das Nachsehen. In der Offenen Klasse siegte der Franzose Denis Flement mit einem 1001-Kilometer-Flug, den er über der Wüste Spaniens absolviert hatte. In der Rennklasse sicherte sich der Österreicher Uwe Prodinger mit einem Flug über 860 Kilometern den Sieg.

Neben den Gewinnern aus den anderen Erdteilen werden auch alle amtierenden Weltmeister zu dem so genannten "Winners Camp" Ende Juni eingeladen. So wird sich in Nevada die Elite des Segelflugsports treffen. "Eine wohl einmalige Geschichte", freut sich Mathias Schunk auf den USA-Aufenthalt. Ausgerechnet der 13. Baron-Hilton-Cup - anfänglich wurde der Wettbewerb im einjährigen Zyklus ausgetragen - brachte dem Geretsrieder Glück. Denn in den vergangenen Jahren hatte er bereits einmal Silber und einmal Bronze erflogen. Nachdem der heutige Flugplatz-Chef Jürgen Wördehoff 1986 erstmalig den Pokal nach Königsdorf geholt hatte und Heiko Hertrich dasselbe Kunststück 1988 gelang, ist Königsdorf nun der am häufigsten vertretene Flugplatz unter den Siegern beim Baron-Hilton-Cup.red

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