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Die natürliche Welle in der Loisach im Wolfratshauser Ortsteil Weidach zu einem Anziehungsmagnet für Surfer ausbauen: Diese Idee der städtischen Tourismusmanagerin Gisela Gleißl stößt bei vielen Lokalpolitikern auf Zustimmung.

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Pläne für Surfwelle in der Loisach werden konkreter

Wolfratshausen - Eine stehende Welle für Surfer in der Loisach: In Wolfratshausen könnte diese Idee bald Realität werden. Die Stadt will so nicht nur Touristen anlocken.

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An warmen Tagen steigt die Zahl der Surfer am Eisbach im Englischen Garten in München über 100. Bekleidet mit wärmenden Neoprenanzügen stehen die Sportler teils über eine Stunde geduldig an, um dann gegen die Strömung einer stehenden Welle anzukämpfen. Kaum mehr als ein paar Sekunden dauert die wilde Fahrt – dann werden die Surfer von ihren Brettern gespült und der nächste Wellenreiter versucht sein Glück. Wenn das in der Landeshauptstadt funktioniert – warum nicht auch in Wolfratshausen? Das dachte sich die städtische Tourismusmanagerin Gisela Gleißl, als sie kürzlich eine Idee zweier Eisbach-Surfer aus der Flößerstadt aufschnappte: Eine eigene Welle in der Loisach, im Kanal direkt unter der Weidachmühle. Am Donnerstagabend stellte sie die Pläne im Kultur- und Sportausschuss vor – und stieß auf helle Begeisterung.

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„Wir schaffen eine Attraktion in der Flößerstadt, für die es mit Sicherheit eine große überregionale Nachfrage geben wird“, sagte Gleißl. „Wir fördern eine umweltfreundliche und nachhaltige Trendsportart. Das ist auch ein Imagegewinn für unsere Stadt.“ Denn nicht nur junge Sportler, sondern auch kaufkräftige Frauen und Männer im besten Alter würden vermehrt zu Neopren und Surfbrett greifen. „Damit können wir die Attraktivität unserer Stadt steigern und auswärtige Gäste anlocken“, warb die Tourismusmanagerin. „Surfen passt hervorragend zu unseren Identifikationsmerkmalen Wasser und Flößer. Die Surfer werden ein positives Lebensgefühl nach außen transportieren.“

Natürliche Welle bereits vorhanden

Am geplanten Standort bei der Überführung der Weidacher Hauptstraße gibt es bereits eine natürliche Welle. Die kann laut Gleißl ausgebaut werden, in dem unter anderem Steinbrocken im Flussbett entfernt und der Untergrund befestigt wird. Zudem bedürfe es einer Ein- und Ausstiegshilfe. „Die Grundstücke gehören uns. Der Kanal ist ungenutzt“, so die Rathausmitarbeiterin. Parkplätze seien beim benachbarten Netto-Markt „in ausreichender Zahl vorhanden“. Die Haftungspflicht könne die Stadt mit dem Aufstellen eines Warnhinweis-Schilds umgehen, sagte Gleißl. Auch in München weise eine Tafel ausdrücklich auf die Gefahren im Wasser hin. „Die Sicherheit hat natürlich trotzdem oberste Priorität“, so Gleißl. „Insgesamt ist Surfen aber nicht gefährlicher als andere Sportarten.“ Die Ausschussmitglieder beauftragten die Verwaltung einstimmig, das Projekt weiter zu verfolgen.

Kosten im sechsstelligen Bereich

Das Staatliche Wasserwirtschaftsamt Weilheim hat laut Gleißl bereits seine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, dem Projekt zustimmen zu können. Auch die Flößer stünden der Surfwelle aufgeschlossen gegenüber, die Meinung eines privaten Wasserkraftwerkbetreibers holt die Stadt in der nächsten Woche ein. Jetzt wird eruiert, welche Kosten auf die Stadtkasse zukommen. „Es ist zwar eine hohe einmalige Investition. Dafür sind die Unterhaltskosten sehr gering“, sagte Gleißl. Zudem könnten für das Projekt eventuell Fördertöpfe angezapft und Sponsoren gefunden werden. Renate Tilke (CSU) rechnet für die Baumaßnahmen mit einem sechsstelligen Betrag. Tilke: „Aber der Wert der Surfwelle ist mit Geld wahrscheinlich gar nicht aufzuwiegen.“

Von Sebastian Dorn

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