Zukunft ungewiss: die Landwirtschaftsschule an der Bahnhofstraße in Wolfratshausen. Foto: red
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Zukunft ungewiss: die Landwirtschaftsschule an der Bahnhofstraße in Wolfratshausen.

Landwirtschaftsschule

Plan A ist eine Fachoberschule

Wolfratshausen - Es gibt viele Ideen zur künftigen Nutzung der Landwirtschaftsschule, aber nur einen Plan A. Bürgermeister Helmut Forster möchte dort eine Fachoberschule (FOS), zumindest aber einen FOS-Zweig einrichten.

Eine knappe Million Euro will sich die Stadt Wolfratshausen den Teil der Landwirtschaftsschule kosten lassen, der noch dem Landkreis gehört. Die 1904 gegründete Einrichtung wird Ende des Jahres zugesperrt und ins Grüne Zentrum in Holzkirchen integriert. Ideen, wie das dann leer stehende Gebäude an der Bahnhofstraße genutzt werden könnte, gibt es einige. Von einem kulturellen Zentrum ist die Rede, von einer Jugendherberge, einem Existenzgründerzentrum, von einem Mehrgenerationenhaus oder einem Seniorendomizil. Und der Wolfratshauser Bürger und Hobby-Politiker Heinz Wensauer bittet seit Monaten in der Bürgerfrageviertelstunde des Stadtrats darum zu prüfen, ob Wolfratshausen ganz generell als Hochschulstandort in Frage käme.

Unabhängig davon, so Forster, beschäftige man sich im Rathaus schon länger mit der künftigen Nutzung der alten Landwirtschaftsschule - „und zwar seit feststeht, dass die Schule nach Holzkirchen zieht“. Wie Forster am Freitag bei einer Wahlkampfveranstaltung der Bürgervereinigung Wolfratshausen im Waldramer Gasthaus zur Post sagte, könnte er sich vorstellen, dort eine Fachoberschule (FOS) oder zumindest einen FOS-Zweig einzurichten. Konkret im Auge hat Forster den Zusatzzweig „Gestalten“, den die Staatliche FOS in Bad Tölz ab dem Schuljahr 2014/2015 einführen will.

Diese Ausbildungsrichtung würde dem scheidenden Rathauschef zufolge wunderbar nach Wolfratshausen passen. „Das würde die Attraktivität unserer Stadt erhöhen und junge Menschen anlocken.“ Der Standort sei ideal, die Nachfrage da. Verkehrsprobleme befürchtet der Bürgermeister nicht. „Viele Landwirtschaftsschüler kommen mit dem Auto, da gibt es auch keine Probleme.“

Bislang gibt es für den ganzen Umkreis nur eine Kunst-FOS in München. Von den 800 Bewerbern werden nur 170 aufgenommen. „Ich kann mir vorstellen, dass unser Einzugsbereich auch bis München reichen würde“, argumentierte Forster. Als die Tölzer Schulleiterin Maria-Anna Grimm das Konzept des neuen Zweigs vergangenes Jahr im Kreistag vorstellte, sprach sich auch Grünen-Kreisrätin Lucia Schmidt für die Landwirtschaftsschule als Standort aus - und erntete Widerworte. Eine Auslagerung komme nicht in Frage, so die fast einhellige Meinung, die Landrat Josef Niedermaier am Freitag wiederholte. Das Kultusministerium werde eine Abtrennung eines Zweiges bei Fachoberschulen nicht genehmigen, sagte der Landrat. Wolfratshausen könne aber gerne eine private Fachoberschule eröffnen, habe ihm das Ministerium mitgeteilt.

Forster will sich nicht so schnell geschlagen geben. Eine FOS sei Plan A der Stadt Wolfratshausen für die künftige Nutzung der Landwirtschaftsschule, die Etablierung einer solchen Einrichtung „absolut sinnvoll. Die einzige Begründung war laut Niedermaier, dass die Lehrer zwischen zwei Standorten pendeln müssten. Da werden wir nachhaken.“ Außerdem werde man sich noch über die zu erwartenden Schülerzahlen und die Inhalte des neuen Zweigs informieren.

tal/fla

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