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Seit gut einem Jahr steht das ehemalige Isar-Kaufhaus an der Wolfratshauser Marktstraße leer. Nun hat die Eigentümerin bei der Stadt einen Bauantrag eingereicht, über den bereits am kommenden Mittwoch beraten wird.

Was wird aus dem Isar-Kaufhaus?

Der Plan heißt „Hugo-Passage“

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
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Wolfratshausen - Gut ein Jahr nach der Schließung des Isar-Kaufhauses in der Wolfratshauser Altstadt hat Immobilieneigentümerin Angela Scheller einen konkreten Plan geschmiedet, was mit dem Gebäude geschehen soll. Bürgermeister Helmut Forster stimmt dies „optimistisch“.

Die Mitglieder des Bauausschusses werden sich bereits am kommenden Mittwochabend (18 Uhr, Rathaus) mit dem Vorhaben der Straßlacherin befassen. In der Sitzungseinladung heißt es unter Tagesordnungspunkt sechs: „Bauantrag von Frau Angela Scheller, Straßlach, zu Sanierung, Umbau und Teilnutzungsänderung von drei Geschäftshäusern (Isar-Kaufhaus) auf den Grundstücken Flurnummern 307 und 309, Gemarkung Wolfratshausen, Untermarkt 7 bis 11.“ Details will Bürgermeister Forster im Gespräch mit unserer Zeitung nicht preisgeben. Er habe den Bauantrag „natürlich schon gesehen“ – und was er gesehen hat, stimmt ihn nach eigenen Worten „optimistisch“. Sollten die Pläne Schellers in die Tat umgesetzt werden, wäre das laut Rathauschef „eine tolle Geschichte“. Dies sei seine persönliche Meinung, betont Forster, die Entscheidung obliege den Stadträten.

Kaufhaus-Geschäftsführer Frederik Holthaus hatte das Geschäft am 31. Dezember 2012 zum Bedauern Hunderter Kunden abgesperrt. Vorausgegangen war ein wochenlanger, öffentlich ausgetragener Streit zwischen Mieter Holthaus und Vermieterin Scheller. Holthaus hielt der Straßlacherin überzogene Mietspreisforderungen vor. Die wiederum ließ über ihren Münchner Anwalt erklären, ihrem Mieter durchaus entgegenkommen zu wollen – doch Holthaus habe die Verhandlungen abgebrochen und sich weiteren Gesprächen verweigert. Seither steht die Immobilie an der Wolfratshauser Marktstraße leer.

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Dass sich dies ändert, daran wirkt der Wolfratshauser Immobilienmakler Carlheinz Bartsch maßgeblich mit. Er bestätigt auf Nachfrage unserer Zeitung, dass Angela Scheller ihn im Herbst 2013 um Hilfe gebeten hat. „Wir haben daraufhin verschiedene Varianten erarbeitet“, berichtet der 45-Jährige. Gemeinsam mit Schellers Architekt („ein Spezialist beim Umbau von Altbauten und auf dem Gebiet Denkmalschutz“) sei unterm Strich eine Lösung entstanden, „die absolut perfekt zu der Immobilie passt“. Vorausgegangen sei eine ausführliche Dokumentation des Ist-Zustandes des mittlerweile nahezu entkernten Gebäudes. Da er als Wolfratshauser die negativen Folgen der Kaufhaus-Schließung unmittelbar spüre, sei es ihm auch „ein persönliches Anliegen“, die Immobilie wieder mit Leben zu erfüllen, sagt Bartsch. Es müsse „ein Schnitt gemacht werden“, im Idealfall gelinge eine „schlagartige Verbesserung“ der Situation. Das ehemalige Kaufhaus habe eine Leuchtturmfunktion – in frischem Wind könnten nicht nur die benachbarten Geschäfte mitsegeln.

Das Konzept, über das der Bauausschuss nächste Woche entscheidet, trägt den Namen „Hugo-Passage“ – eine Reminiszenz an den vor einigen Jahren verstorbenen ehemaligen Eigentümer der prominenten Immobilie, Hans Hugo. Es sieht laut Bartsch im Erdgeschoss Geschäfte und eine „äußerst attraktive Schaufenstergestaltung“ vor. In den Stockwerken darüber wäre Platz „für Büros, Praxen und Stadtwohnungen“. Zu Quadratmetern, Baukosten und Zeitplänen sagt der 45-Jährige nichts: „Das Zepter haben die Stadträte in der Hand“, betont Bartsch. „Details erfahren Sie am Mittwoch im Bauausschuss.“ Doch er macht aus seinem Herzen keine Mördergrube: Das Vorhaben Schellers hält der Immobilienexperte „für eine runde Sache“. Sollte der Bauauschuss den Weg zur Verwirklichung am Mittwoch ebnen, „wäre das ein großer Schritt für unsere Stadt“.


Carl-Christian Eick

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