Trotz Hochwasser: Vater fährt mit zwei jungen Töchtern mit Schlauchboot auf Isar - es geht böse aus

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„Ein Festival allein reicht nicht“: Albrecht Widmann (li.) warb beim FW-Stammtisch im Gasthaus Isarwinkel für die dauerhafte Präsenz von bildender Kunst in Geretsried. Das Foto zeigt ihn zusammen mit seinem Mitstreiter Max Strack (2. v. li.) bei einer Ausstellungseröffnung in seinem Kunstbunker. Foto: archiv

Platz für Kunst und Windkraft gesucht

Geretsried - Den Sorgen und Nöten der Geretsrieder wollen die Freien Wähler (FW) an ihrem Stammtisch Raum geben. Unter dem Motto „Wo drückt der Schuh?“ sollen Bürger ihre Anliegen vorbringen.

Den Anfang machten am Donnerstagabend Albrecht Widmann und Klaus Gehrke. Widmann betreibt den Kunstbunker am Isardamm. In neun Jahren hat er dort auf eigene Kosten 45 Ausstellungen organisiert. Jetzt ist Schluss damit - zumindest für Widmann. „Ich bin ganz allein und schaffe das nicht mehr“, klagte der Kunstexperte vor gut 25 Stammtischbesuchern.

Entgegen anders lautender Gerüchte sei der Kunstbunker jedoch nicht geschlossen. Wer will, darf rein - sofern die Qualität der Kunst stimme. „Ich habe 190 Anfragen, 160 davon kann man streichen“, meinte der Geretsrieder, der sich endlich eine Lobby für die bildende Kunst wünscht. So wie Schwimmer ein Hallenbad benötigen, brauche die Kunst ein dauerhaftes Zuhause. Und für den Bereich zeitgenössische Kunst wäre Geretsried aufgrund seiner noch jungen Geschichte prädestiniert. Das Ausrichten von Festivals allein reiche nicht, sagte Widmann mit Blick auf den Kulturherbst.

Ganz spontan schaute Klaus Gehrke beim Stammtisch vorbei. Er war äußerst unglücklich über die Situation vor seiner Haustür. Gehrke wohnt an der Sudetenstraße und blickt derzeit auf eine große abgeholzte Fläche - die Baustelle der Baugenossenschaft (BG). Wie berichtet sollen auf dem 12 000 Quadratmeter großem Areal etwa 100 Wohnungen sowie ein Nahversorgungszentrum entstehen. Er befürchtet eine Zunahme von Verkehrs- und Lärmbelastung. Hätte Gehrke gewusst, was ihn erwartet, wäre er vor neun Jahren wohl nicht hierher gezogen. Damals sei Geretsried noch eine Industrie- und Gartenstadt gewesen. „Das setzen wir jetzt aufs Spiel.“

Lorenz Weidinger teilte die Bedenken von Gehrke nicht. Durch die Bebauung der BG werde das Viertel aufgewertet, meinte der Stadtrat.

(nej)

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