„Politisch gefärbte“ Infos zum Archiv

Wolfratshausen - Kritik am politischen Stil des Bürgermeisters und der Arbeit der Stadtverwaltung ist am Mittwochabend in der Versammlung des SPD-Ortsvereins im Wirtshaus Flößerei laut geworden.

„Die Zeiten, in denen von oben bestimmt wurde, sind vorbei. Wir erwarten einen offenen Stil“, betonte SPD-Stadtrat Fritz Schnaller. Fraktionssprecher Renato Wittstadt stellte fest, dass derzeit „keine vernünftige Zusammenarbeit“ mit Bürgermeister Helmut Forster möglich sei. Er forderte eine bessere Informationspolitik und mehr Transparenz. Wittstadt: „Wir haben kompetente Bürger in Wolfratshausen. Deswegen ist es wichtig, dass alle Themen grundsätzlich öffentlich behandelt werden.“ Wenn wichtige Informationen erst zwei Monate später aus nicht öffentlichen Sitzungen zu den Bürgern gelangen würden, sei der Zug häufig schon abgefahren: Der Souverän könne sich nicht mehr einmischen. Dadurch werde die Kontrolle durch den Bürger zunehmend erschwert. Heinz Wensauer vermutet, dass man in letzter Zeit „zu viele schlechte Erfahrungen mit aufmüpfigen Bürgern“ gemacht habe und diese nun abwehren wolle.

Wolfgang Saal, Vorsitzender der Siedlungsgemeinschaft Waldram, warf der Stadtverwaltung vor, zumindest im Fall des beschlossenen Archivbaus dem Stadtrat „politisch gefärbte Entscheidungsgrundlagen“ vorgelegt zu haben. „Die Räte haben eine Meinung präsentiert bekommen, keine Alternativen, die man gegeneinander hätte abwägen können.“ Schließlich könnten die vom Stadtrat getroffenen Beschlüsse „nur so gut sein, wie die von den Experten in der Verwaltung aufbereiteten Informationen“.

(njd)

Auch interessant

Kommentare