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Wiedersehen macht Freude: Zum Politischen Aschermittwoch begrüßte CSU-Ortschef Ewald Kailbert (li.) den ehemaligen Stadtrat Dominik Lamminger (re.). Mit am Tisch: CSU-Bürgermeister Michael Müller und dessen zweiter Stellvertreter Gerhard Meinl.

Politischer Aschermittwoch der CSU 

Ex-Stadtrat Lamminger: Ermutigende Worte zum Stadtzentrum

Vor acht Jahren verließ der damalige Kreisvorsitzende der Jungen Union, Dominik Lamminger, seine Heimatstadt in Richtung Berlin. Dort wirkt er mittlerweile als Bereichsleiter Kommunikation beim Bundesverband öffentlicher Banken. Am Mittwochabend kehrte der 35-Jährige nach Geretsried zurück. 

Geretsried – Im Rahmen des Politischen Aschermittwochs des CSU-Ortsverbands referierte er dort über das Thema „Politische Interessenvertretung in Deutschland und Europa“.

Kailberth: „Wir lassen uns den politischen Aschermittwoch nicht madig machen“

Während eines Gottesdiensts in der Pfarrkirche Heilige Familie ließen sich die CSU-Mitglieder gemeinsam mit vielen anderen Gläubigen zunächst das traditionelle Aschekreuz auf die Stirn zeichnen. Dass danach gerade einmal 20 Interessierte den Weg zum Fischessen in die Ratsstuben fanden, war für den Ortsvorsitzenden Ewald Kailberth eine kleine Enttäuschung. Denn es ist noch gar nicht so lange her, da füllte die CSU am Aschermittwoch den benachbarten großen Saal. „Wir werden immer weniger, lassen uns aber den politischen Aschermittwoch nicht madig machen“, gab sich Kailberth trotzig. Schnell schaltete er in den Wahlkampfmodus um und warnte davor, bei der in diesem Jahr anstehenden Bundestagswahl für populistische Konkurrenzparteien zu stimmen. Dann nämlich würde ein rot-rot-grünes Bündnis drohen.

Nur bedingtes Verständnis für Demonstration gegen „Monsterbau“

Auch für die bevorstehende Demonstration von Anwohnern, die am Samstag gegen den „Monsterbau“ am Karl-Lederer-Platz protestieren wollen (wir berichteten), brachte der CSU-Ortschef nur bedingt Verständnis auf. Denn nur mit einer Urbanisierung und der Ansiedlung von mehr Einzelhandel könne die Stadt den Herausforderungen der Zukunft gerecht werden. „Wir wollen nicht, dass Geretsried zur Schlafstadt verkommt und nur noch aus dem Internet bestellt wird“, verteidigte Kailberth die ehrgeizigen Pläne.

Ermutigende Worte für den Bürgermeister

Gastredner Dominik Lamminger sieht das genauso und ermutigte den anwesenden Bürgermeister Michael Müller, die bevorstehende Zentrumsneugestaltung zügig zu realisieren. Danach setzte der 35-Jährige zu einem Plädoyer für Interessensverbände und Lobbyismus an. Letzterer werde in Deutschland zum Bedauern Lammingers leider immer „negativ bewertet“ und mit „undurchsichtigen Absprachen in Hinterzimmern“ verbunden. Dabei könne der Einfluss der derzeit etwa 500 Interessensverbände auf den politischen Willensbildungsprozess in Deutschland auch durchaus positiv gesehen werden.

„Lobbyismus heißt auch Vorurteile abzubauen“

„Lobbyismus heißt auch Vorurteile abzubauen“, glaubt der Familienvater. Wichtige Errungenschaften wie die Arbeitsmarktreform Agenda 2010, die Durchsetzung des Mindestlohns oder der schrittweise Ausstieg aus der Atomenergie wären seiner Einschätzung nach ohne die Arbeit der Lobbyisten nicht realisierbar gewesen. Nach nicht einmal einer halben Stunde beendete der ehemalige CSU-Stadtrat seinen Vortrag. Er nutzte stattdessen lieber die Zeit, um sich mit Bürgermeister Müller und den Stadträten über die aktuellen Entwicklungen in seiner Heimatstadt zu unterhalten.

Von Peter Herrmann 

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