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Kein Kuscheltier: Der Wolf ist ein schlauer und gnadenloser Jäger. Landwirte und Jäger sind der Ansicht, dass man es erlaubt sein sollte, ihn abzuschießen. Das sehen Naturschützer anders.

Landwirte und Jäger in Alarmstimmung

Starnberger See: Der Wolf ist da – wie geht es weiter?

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Bis jetzt gab es nur Gerüchte, jetzt ist es amtlich: Der Wolf ist da. Im April hat ein Exemplar der Gattung Canis lupus in St. Heinrich mehrere Schafe gerissen. Was heißt das? Wie geht es weiter? Darüber wurde am Freitag im Landratsamt debattiert.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Für Kenner der Materie war es keine Überraschung. Dass Wölfe durch den Landkreis steifen, war eigentlich klar. Die Frage war nur: Wann und wie gelingt der Nachweis? Der liegt jetzt vor: Speichelproben haben ergeben, dass die vier Schafe, die in der Nacht auf den 1. April wenige Hundert Meter östlich von St. Heinrich gerissen wurden, Opfer eines Wolfs wurden, der aus der Alpenregion stammt. „Das steht zweifelsfrei fest“, erklärte Dr. Wolfgang Berger vom Landesamt für Umwelt am Freitag im Landratsamt. Ob es sich um ein Männchen oder Weibchen handelt, sollen weitere Untersuchungen klären. Keine Information liegen darüber vor, ob sich das Tier noch im Landkreis aufhält. „Das ist reine Spekulation“, so Berger. Dass es seither keine Vorfälle mehr gegeben habe, spreche eher dagegen. 

Landwirte und Jäger in Alarmstimmung

Vertreter verschiedener Verbände, des Landratsamts für Umweltschutz sowie des Landratsamts nahmen in der Pressekonfernz im Landratsamt Stellung zu dem Wolfsangriff in St. Heinrich.

Der positive DNA-Befund von St. Heinrich reicht aus, um Landwirte und Jäger in Alarmstimmung zu versetzen. Zumal die Gesetzeslage eindeutig ist. Ein Abschuss des Tieres ist laut Bundesartenschutzgesetz eindeutig verboten. Bei Zuwiderhandlungen drohen bis zu fünf Jahren Haft, Ausnahmen sind streng geregelt. Auf gut deutsch: Wenn der Wolf einmal da ist, wird man ihn nicht so einfach wieder los. 

Georg Mair vom Almwirtschaftlichen Verein sagte mit Nachdruck: „Wehret den Anfängen!“ Spätestens, wenn sich Rudel bilden, sind die Rinder und damit die Almwirtschaft im ganzen Oberland in akuter Gefahr. Im Ausland habe man viele Versuche unternommen, den Wolf zu zähmen, etwa mit Zäunen oder mit Hunden – vergeblich. Mair forderte „wolfsfreie Zonen“. 

Anton Krinner vom Kreisjagdverband ging noch weiter. Aus seinen Beobachtungen folgerte er, dass es im Landkreis schon ein Wolfspaar gebe müsse. „Ich weiß, dass ich jetzt ein Fettnäpfchen trete, aber wir sind 200 Jahren sehr gut ohne den Wolf zurecht gekommen. Man muss ihn abschießen dürfen.“ Ihm pflichtete Peter Fichtner, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands“, bei: „Die Gesetze sind von Menschen gemacht, also können Menschen sie auch wieder ändern.“ 

Bund Naturschutz: „Der Wolf wird kommen, ob wir wollen oder nicht“

Die Forderung, den Wolf zum Abschuss freizugeben, fand Friedl Krönauer vom Bund Naturschutz „populistisch“. Er prophezeite: „Der Wolf wird kommen, ob wir wollen oder nicht.“ Auch Walter Wintersberger vom Landesbund für Vogelschutz hieß den Wolf willkommen. Bevor man über einen Abschuss fordere, müsse man Präventionsmaßnamen einleiten – etwa elektrische Schutzzäune. Landrat Josef Niedermaier war froh, dass es im Landkreis gelingt, über ein so kontroverses Thema sachlich zu diskutieren. „So soll es auch bleiben.“ Die Gespräche werden in einem Arbeitskreis vertieft – dann mit Beteiligung des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

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