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Ein Bild aus besseren Tagen: Seit Mai ist das Rathauscafé geschlossen. Gegen den letzten Pächter, der mangels Lizenz das Lokal nie eröffnet hat, hat die Stadt nun Räumungsklage eingereicht – mit Erfolg.

Räumungsklage wegen Mietrückständen

Posse um Wolfratshauser Rathauscafé: Das Café, das nie aufmachte, wird geräumt

  • Claudia Schuri
    vonClaudia Schuri
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Der letzte Pächter muss das Rathauscafé in Wolfratshausen räumen. Das hat das Münchner Landgericht entschieden. Die Stadt hatte Klage eingereicht.

Update 19. Dezember 2019: Drei Bewerber wollen Rathauscafé wiedereröffnen - hier geht‘s zum Artikel

Wolfratshausen/München – Ein gebürtiger Österreicher hatte im vergangenen Oktober als Nachfolger von Rita Streicher das Café übernommen. Weil er jedoch keine gaststättenrechtliche Erlaubnis für den Betrieb des Lokals vom Landratsamt erhielt, hat er das Café nie eröffnet. Stattdessen sprang Rita Streicher noch einmal kurzzeitig in die Bresche, weil ihr das Café persönlich am Herzen lag.

Seit Anfang Mai ist das Café endgültig geschlossen. Pächter ist nach wie vor der Österreicher, dem die Lizenz verweigert wurde. Auch das Inventar ist in seinem Besitz. „Ab und zu holt er einzelne Sachen ab“, berichtete Winfrid Borcherdt, der Anwalt der Stadt Wolfratshausen, am Donnerstag vor dem Landgericht München I. Ansonsten würde sich der Mieter jedoch um nichts mehr kümmern. „Es ist alles sehr undurchsichtig“, so Borcherdt. „Auf unser Angebot, ihm entgegenzukommen, wenn er schnell rausgeht, ist er nicht eingegangen.“

Seit April zahlt der Österreicher keine Pacht mehr. Die Mietschulden belaufen sich inzwischen auf 12.352 Euro zuzüglich Zinsen. Hinzu kommen Mietrückstände für Juli und August. Die Stadt hat deshalb auf Räumung und Herausgabe der Räume sowie auf Zahlung der Schulden geklagt.

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Zum Prozess am Donnerstag war der Pächter nicht erschienen. Der Richter sprach deshalb ein Versäumnisurteil aus. Demzufolge bekommt die Stadt das Recht zur Zwangsvollstreckung und könnte räumen lassen. „Wann und wie wir vollstrecken, besprechen wir noch“, erklärte Borcherdt. Für die Theke macht die Stadt außerdem ein Vermieterpfandrecht geltend. Diese könnte versteigert werden, um die Schulden zu begleichen.

Claudia Schuri

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