Prächtige Rösser, festlich geschmückt

- Einnahmen des Ascholdinger Georgiritts kommen Renovierung der Kapelle zu Gute

Ascholding - Der Himmel über Ascholding hatte sich rechtzeitig zum Georgiritt geöffnet: Pfarrer Johann Koller segnete gestern mehr als 70 Pferde, die festlich geschmückt im Frühlingslicht zweimal den Bühlberg umliefen. Vorneweg marschierten stolz die Kaltblüter, ihnen folgten kräftige Haflinger, und hinterdrein trotteten harmlos ein paar Ponies. Auf den Sätteln: Bauern der umliegenden Gemeinden in prächtiger Tracht, aber auch kleine Mädchen, die von gutmütigen Norwegern herunter in die Menge von 200 Schaulustigen winkten. Nur ein kalter Wind pfiff um die alte heidnische Kultstätte, auf der Christen eine Kapelle für den heiligen Georg bauten.

Der Drachentöter Georg, auf alten Darstellungen stets hoch zu Ross, ist Schutzpatron der Pferde. Deshalb passt eine Sage nicht schlecht, die sich um die kleine Kapelle am Bühlberg rankt. Demnach rettete sich in Urzeiten ein Schimmel vor einem schweren Gewitter in die Kapelle. Die Tür fiel zu - das Tier war gefangen. Als es vor Hunger am Glockenstrick zu nagen anfing, läutete die Glocke, so dass Bewohner herbeiliefen und es befreiten.

Die "Schimmelkapelle", wie sie deshalb genannt wird, ist seit 1978 Ort des Ascholdinger Georgiritts: Immer am Ostermontag lockt der Aussichtspunkt Pferdefreunde aus der Umgebung, sei es als Reiter, sei es als Zaungast. In den Nachkriegsjahrzehnten war die Tradition in Vergessenheit geraten: "Die Maschinen begannen die Pferde damals auf den Bauernhöfen zu verdrängen", erklärt Sebastian Thalhammer, Mitglied des Festausschusses Georgiritt. Doch seit dem Ende der 70er Jahre ist die Segnung gut besucht, und heuer wird die Kapelle von dem großen Andrang unmittelbar profitieren. "Die Eintrittsgelder werden für die Renovierung der Kapelle benutzt", erklärt Thalhammer. Anlässlich der 1200-Jahr-Feier sollen die Innenräume den alten Glanz zurückgewinnen. Und teilweise war die alte Pracht auch schon wieder zu sehen: Pfarrer Koller erläuterte nach der Segnung Neugierigen den Fortschritt der Renovierungsarbeiten. Das Altarbild des heiligen Georg fehlt noch. Doch die Bilder der Apostel an der Empore leuchten wieder. vu

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