„Sterben und Tod sind nach wie vor Tabuthemen“: (v. li.) Elke Holzer und Karin Stadler mit Barbara Mehlich, Vorsitzende des Christophorus Hospiz-Vereins. Foto: sh
+
„Sterben und Tod sind nach wie vor Tabuthemen“: (v. li.) Elke Holzer und Karin Stadler mit Barbara Mehlich, Vorsitzende des Christophorus Hospiz-Vereins.

Professionelle Hilfe auf dem letzten Weg

Geretsried – Menschenwürdiges Sterben, möglichst zuhause in vertrauter Umgebung möglich machen – dieses Ziel hat sich der Christophorus-Hospizverein Bad Tölz-Wolfratshausen mit Sitz in Geretsried gesetzt.

Ausgebildete Hospizbegleiter sollen Sterbenden und ihren Angehörigen auf dem letzten Weg so viel Unterstützung wie möglich zukommen lassen. Die Organisation und Koordination dieser Ehrenamtlichen übernehmen von nun an Karin Stadler und Elke Holzer als hauptamtliche Mitarbeiterinnen. Beide Frauen ließen sich im vergangenen Jahr in weit über 200 Stunden zur so genannten „Palliative Care Fachkraft“ ausbilden.

Elke Holzer, Mutter zweier Töchter, kommt aus Eurasburg und ist ausgebildete Krankenschwester. Die 49-Jährige berät Patienten und deren Familien in Fragen, die die pflegerische und medizinische „Palliativ Care Betreuung“ betreffen, und bespricht sich mit Hausärzten beispielsweise zu den Möglichkeiten der Schmerzkontrolle. Karin Stadler, ebenfalls zweifache Mutter, ist Sozialpädagogin und koordiniert die 38 Hospizbegleiter bei ihren Einsätzen. Ferner ist die 47-jährige Penzbergerin Ansprechpartnerin in allen psychosozialen und spirituellen Anliegen.

Beide Frauen sind sich bewusst, welche Aufgabe auf sie zukommt. „Meine Familie und Freunde haben mich anfangs schon gefragt, ob ich mir das zutraue“, berichtet Stadler. „Schließlich sind Sterben und Tod nach wie vor große Tabuthemen.“ Doch auch in ihrem Beruf als Sozialpädagogin hatte die 47-Jährige bereits mit belastenden Themen zu tun. „Jetzt bin ich auch für mein Umfeld die offizielle Fachfrau zum Thema Hospiz geworden“, sagt sie. Ähnliche Erfahrungen hat Elke Holzer gemacht, auch wenn sie durch ihre Arbeit als Krankenschwester schon länger mit dem Sterben konfrontiert ist. „Den Wunsch, in einem ruhigen Umfeld und in Würde den letzten Weg zu gehen, hat eigentlich jeder Mensch. Aber viele trauen sich nicht zu fragen, welche Möglichkeiten es gibt.“

Im Jahr 2015 soll die palliative Versorgung im häuslichen wie im ambulanten Bereich durch die Einrichtung einer spezialisierten ambulanten Palliativversorgung landesweit ausgebaut und verbessert werden. „Wir würden uns wünschen“, sagt die Vereinsvorsitzende Barbara Mehlich, „dass unser Angebot bekannter wird. Wir sehen es als gute Antwort auf die derzeitige Diskussion um selbstbestimmtes Sterben.“ (sh)

Info

Beide Hospiz-Mitarbeiterinnen stehen Interessierten in Geretsried am Neuen Platz 20 unter Telefon 0 81 71/ 99 91 55 zur Verfügung.

Auch interessant

Kommentare