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Löste Kopfschütteln aus: Dr. Markus Born sprach auf dem unternehmerforum zum Thema Energiewende.

Geretsrieder Unternehmerforum

Provokante Thesen eines Chemikers gegen die Energiewende

Geretsried - Mit seinen deutlichen Zweifeln an der Energiewende sorgte Dr. Markus Born am Donnerstagabend bei Politikern und Umweltschützern, aber auch einigen Industriellen für Kopfschütteln. Der Geschäftsführer der Bayerischen Chemieverbände sprach beim 9. Geretsrieder Unternehmerforum zum Thema „Evolution statt Revolution in der Energiepolitik“.

Zu dem jährlichen Diskussionsforum eingeladen hatten den Referenten die Stadt und die Industriegemeinschaft Geretsried (IGG). Etwa 50 Besucher waren in die Mensa der Karl-Lederer-Schule gekommen. Dr. Markus Born, promovierter Chemiker, ehemaliger Unternehmensberater und jetzt Geschäftsführer der Bayerischen Chemieverbände, provozierte mit seinen Aussagen.

25 Milliarden Euro pro Jahr koste die Energiewende die deutsche Volkswirtschaft. Dabei stoße Deutschland gerade einmal 2,3 Prozent des globalen Kohlendioxids aus. „Für das Weltklima ist das völlig irrelevant“, sagte Born. Er kritisierte das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das einen Stromüberschuss zur Folge habe und von der Politik nicht durchdacht sei. Aufgrund der EEG-Umlage sei der Strompreis für den Normalverbraucher und für die Industrie enorm gestiegen. Immer mehr Firmen würden deshalb in die USA abwandern, wo der Strom die Hälfte koste.

Alles in allem nannte der Chemievertreter die Energiewende und den damit verbundenen Ausstieg aus der Atomkraft übereilt. Deutschland könnte theoretisch noch 400 Jahre mit Braunkohle versorgt werden, durch neue Methoden wie Fracking könnte zusätzliches Gas gefördert werden. Auch Lösungsansätze für eine bessere Energiewende hatte Born. Sie sind bekannt: Speichermöglichkeiten für überschüssigen Strom (wobei ein Pumpspeicherkraftwerk, wie es am Jochberg geplant ist, nicht geeignet sei) sowie Leitungen von Nord nach Süd für die Windenergie.

Der Applaus nach dem Vortrag fiel verhalten aus. Martina Raschke, Vorstandsmitglied der Energiewende Oberland, hatte die Mensa schon vorzeitig kopfschüttelnd verlassen. Die Wortmeldungen zeigten die Irritation der Zuhörer. „Enttäuschend“ und „rückwärtsgewandt“ bezeichnete der Wirtschaftsreferent des Stadtrats, Volker Reeh, Borns Ausführungen. Er stimmte Markus Eder, dem Geschäftsführer von Tyczka Totalgaz zu, der für innovative Methoden wie die Kraft-Wärme-Koppelung warb. Eder verteidigte sogar die hohen Strompreise. Erst wenn der „Leidensdruck“ groß genug sei, ändere der Verbraucher sein Verhalten. Zu beobachten an der Tyczka-Autogas-Tankstelle: „Klettern die Spritpreise, steigen die Leute eher auf Alternativen um.“

Grünen-Stadtrat Prof. Detlef Ringer brachte eine ganze Liste an Kritikpunkten vor. Einer davon: Born übersehe den Vorsprung, den die Bundesrepublik durch innovative Techniken gegenüber anderen Ländern erreichen könne. Bürgermeister Michael Müller erinnerte daran, dass man zwar 25 Milliarden Euro für die Energiewende ausgebe, das Geld aber beim Kauf fossiler Brennstoffe einspare. „Wir wollen eben nicht mehr nach dem Motto leben: Der Scheich wird reich.“ Bauunternehmer Reinhold Krämmel machte deutlich: „Wir können es uns nicht leisten, dass die Energiewende platzt.“

Allein Dietramszells Bürgermeisterin Leni Gröbmair zeigte sich von dem Vortrag „ernüchtert“. Sie zweifelt aber nicht grundsätzlich am Gelingen der Energiewende. Politik und Wirtschaft müssten nur besser zusammenarbeiten, forderte sie.

von Tanja Lühr

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