Blicken optimistisch in die Zukunft: Standortleiter Josef Drexler (li.) und Geschäftsführer Christoph Kowitz. Foto: sh

Pulcra: Ab Mai wird produziert

Geretsried - „Unsere Vision ist, eine dreistellige Mitarbeiterzahl zu beschäftigen.“ Das sagt Christoph Kowitz, Geschäftsführer der Pulcra Chemicals, die das ehemalige DyStar-Gelände gekauft hat.

Noch herrscht auf dem 75 000 Quadratmeter großen Fabrikgelände am Isardamm eine friedliche Stille. Doch bereits für nächste Woche sind die ersten Rohstoffe bestellt. Anfang Mai soll eine neue Produktion anlaufen. Dazu genügt kein Knopfdruck. „Aus einem Werk, das über ein halbes Jahr still gestanden ist, eine Produktionsstätte zu machen, ist gar nicht so einfach“, sagt Standortleiter Josef Drexler.

Für den Neuanfang, wie es Geschäftsführer Kowitz nennt, wurden inzwischen 20 Mitarbeiter eingestellt, darunter ehemalige DyStar-Mitarbeiter. „Es wäre ungeschickt, deren Sachverstand nicht zu nutzen.“ Mit Produktionsbeginn werden es 30 Beschäftigte sein. Danach will man die Belegschaft je nach Auftragslage weiter aufstocken. „Die Resonanz aus dem Markt ist positiv“, zeigt sich Drexler zuversichtlich.

Mit der Insolvenz von DyStar waren im Dezember 206 Mitarbeiter freigestellt worden. Die meisten von ihnen haben bislang keine neue Stelle gefunden und fragen beim Standortleiter nach. „Natürlich gibt es auch Enttäuschungen“, sagt Drexler. „Aber für unsere neue Organisation müssen wir eine Auswahl treffen.“

Drexler hat 1994 bei der Firma Böhme begonnen und den Verkauf an DyStar vor drei Jahren hautnah miterlebt. Auch nach der Insolvenz ist er immer Optimist geblieben, weil er an den Standort glaubt. Den Kauf des Standortes durch Pulcra bewertet er absolut positiv. „Damit wird an die Tradition eines familiengeprägten mittelständischen Unternehmens angeknüpft.“

Pulcra - der Name kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „rein“ - hat über 100 Jahre Erfahrung als Lieferant von Prozesschemikalien für die Textil-, Faser- und Lederindustrie. Das Unternehmen ist 2007 aus der ehemaligen Geschäftseinheit Process Chemicals des Henkel/Cognis-Konzerns hervorgegangen und beschäftigt in 13 Ländern rund 500 Mitarbeiter, davon zirka 50 am Firmensitz in Düsseldorf. Der Jahresumsatz liegt laut Geschäftsführer Kowitz bei knapp 200 Millionen Euro. Eigentümer sind die Firma DSD, im türkischen Ledersektor tätig, sowie ein Kreis aus Managern, Lieferanten und Kunden. Den Kauf des DyStar-Standortes Geretsried bezeichnet Kowitz als „Glücksfall“. Bislang war Pulcra in Deutschland ausschließlich Händler für Prozesschemikalien. Mit dem Kauf des Geländes am Isardamm gründet das Unternehmen nun seine erste eigenständige Produktionsstätte. „Zurzeit bereiten wir bereits neue Investments vor“, sagt Kowitz. Bei zunächst zwei Herstellungsverfahren sollen die Kapizitäten erweitert werden. (sas)

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