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Stefan StroblGeschäftsführer des ESC Geretsried.

Im Gespräch mit Stefan Strobl

100 Punkte für den Eissport

Geretsried – Das Geretsrieder Eisstadion bleibt, wo es ist. Das entschied der Stadtrat am Dienstagabend im Beisein zahlreicher Führungskräfte des Eissportclubs (ESC). Zudem werden die Kosten für die Planung einer Überdachung beziehungsweise Einhausung in den Etat eingestellt. Redakteur Peter Borchers sprach mit ESC-Geschäftsführer Stefan Strobl.

Herr Strobl, zufrieden mit dem 19:11-Votum des Stadtrats zugunsten des bisherigen Standorts?

Das ist in unseren Augen eine 100-Punkte-Entscheidung. Auch, dass der Stadtrat so kurzfristig Mittel für die Planung bereitstellt, ist sehr positiv. Ich denke, mehr durften wir uns nicht erhoffen.

Warum?

Natürlich wäre ein neues, modernes Stadion an anderer Stelle verlockend gewesen. Ich müsste lügen, wenn uns das nicht gefallen hätte. Aber dies zu realisieren, das hätte einfach zu lange gedauert. Die Finanzierung, die Planung, die Bauzeit – der Verein hätte das nicht überlebt.

Weil ein Neubau bedeutet hätte, dass der ESC den Spielbetrieb womöglich für eine Zeit hätte einstellen müssen?

Wir hätten schon versucht, den Betrieb parallel zum Neubau aufrechtzuerhalten. Aber es wäre extrem schwierig geworden. Beispielsweise notwendige Arbeiten an der Betonfläche hätten sich nicht strecken lassen, bis das neue Stadion steht. Und da stellt sich dann irgendwann die Frage: Investieren wir dieses Geld in die Sanierung, wenn ich es eigentlich für den Neubau benötige? Nein, unter diesen Gegebenheiten wäre ein neues Stadion kein Rettungsanker gewesen, sondern eher unser Tod.

Wie geht es jetzt für Sie weiter?

Wir sind uns im Klaren, dass die Entscheidung des Stadtrats noch lange nicht bedeutet, dass wir ein Dach bekommen. Aber sie ist eine Perspektive ...

... für das Überleben des ESC.

Klar, denn ohne Dach wird die Nachwuchsarbeit auf Dauer nicht zu stemmen sein. Wir haben kein Problem in den jungen Jahrgängen, hier ist der Zulauf groß. Aber in den mittleren bis späten Jahrgängen brechen uns die Spieler weg und gehen zu Vereinen der Umgebung, weil wir wegen der späten Eisbereitung im Oktober oder November einfach nicht mehr konkurrenzfähig sind. Ein Beispiel: Unsere Jugendmannschaft hat sich bis in Bayernliga gekämpft. Aber dort ist sie dann geschlachtet worden.   (red)

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