Qualmer sollen vor die Tür

- Bad Tölz-Wolfratshausen – Nach einem gepflegten Essen bleibt die Luft im Restaurant frei von Qualm. Beim Genuss eines Bieres verzichtet der Gast auf die Zigarette – sollte diese Vision von Bundesverbraucherminister Horst Seehofer (CSU) Wirklichkeit werden, dann würde dies die Wirteschaft im nördlichen Landkreis spalten. Seehofer will 2007 ein generelles Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden einführen. Die meisten Restaurant-Betreiber sind dafür, die meisten Kneipen-Wirte dagegen.

von Robert link <P>&#8222;Das ist völlig richtig&#8220;, sagt Gerry Borchert, Wirt des Seegasthauses Café Hirth in Ambach. &#8222;Es kann nicht sein, dass ein Gast beim Essen den Qualm eines anderen in der Nase hat.&#8220; <P>Die Befürchtung, dass bei einem Rauchverbot viele Gäste aufs Essengehen verzichten, teilen die Restaurant-Wirte nicht. Uljana Kaliczak vom Angerwirt in Egling beobachtet, dass neue Gäste kommen, seit sie zwei Nichtraucherzonen eingerichtet hat. Die selbe Erfahrung macht Peter Weiss, Wirt der Sprengenöder Alm in Eurasburg: &#8222;Unser Nichtraucher-Stüberl ist immer zuerst besetzt, vor allem sonntags.&#8220; <P>&#8222;Das wäre ganz schlecht&#8220;, sagt dagegen Angela Wein, Wirtin der Wolfratshauser Glashütte. Etwa 80 Prozent ihrer Gäste sind Raucher. &#8222;Im Sommer kann man vielleicht zum Rauchen rausgehen. Aber mindestens während sieben Monaten pro Jahr geht das nicht, weil es abends zu kalt ist.&#8220; <P>Matthias Hochstätter, Geschäftsführer des Abendblatt in Wolfratshausen, ist zwar selbst Nichtraucher, von einem Rauchverbot in Gaststätten hält er trotzdem nichts. &#8222;Das wäre für die Gäste einfach zu unangenehm, wenn sie wegen jeder Zigarette rausgehen müssten.&#8220; Umsatzeinbußen fürchtet er aber nicht, denn &#8222;die Leute gehen ja nicht wegen des Rauchens weg&#8220;. <P>Der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband (BHG) lehnt ein generelles Verbot ab. &#8222;Wir wollen, dass die Wirte selbst entscheiden, ob sie in ihren Lokalen das Rauchen verbieten oder nicht&#8220;, sagt BHG-Kreisvorsitzende Monika Poschenrieder. Sie fürchtet gravierende Umsatzeinbrüche für die Wirte. <P>Ob Seehofer sein geplantes Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden auch auf Gaststätten ausweitet, steht allerdings noch nicht fest. Er wolle erst die Meinungsbildung im Bundestag abwarten. Im Klartext: ob er von einer Mehrheit der Abgeordneten unterstützt wird. <P>Unterdessen wird in Berlin wohl noch einige Zeit über das geplante Rauchverbot in Gaststätten gestritten werden. Während die SPD auf einem generellen Verbot beharrt und auch Gesundheitsexperten der CDU sich dafür ausgesprochen haben, lehnte CDU-Fraktionschef Volker Kauder die Forderung ab. <P>

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